A Battle Through History: Das Sabaton Brettspiel

Ein Militär-thematisiertes Deckbuilding-Spiel mit hoher taktischer Komponente – nicht nur für Sabaton-Fans!
In der Rolle als zeitreisender Sabaton bewegt man sich durch verschiedene Epochen der Geschichte, um dort Schlachten (auch gegen MitspielerInnen) zu schlagen, Einheiten zu gewinnen und Reliquien zu sammeln, die am Ende des Spiels Siegpunkte wert sind.

Am Anfang des Spiels starten alle Spieler mit den gleichen Grundeinheiten.
Nacheinander springen die Spieler in verschiedene Zeiten der Kriegsgeschichte, führen (durch ein cleveres Zahnradsystem definierte) Aktionen aus und versuchen anschließend Truppen in der Epoche zu besiegen, die dann ins eigene Deck integriert werden können.
Wer angreift, entscheidet, mit wie vielen Einheiten man gegen seine ausgewählten Gegner antritt.

Jeder Kampf wird in drei Etappen abgehandelt: Fernkampf, Mittelstrecke und Nahkampf. Zwei Würfel und zuvor gesammelte Kampf-Marker sorgen für Unberechenbarkeit in der Auseinandersetzung. Der Gewinner des Kampfes behält die besiegten Karten und erhält zudem als Belohnung Reliquien (die am Ende Siegpunkte bedeuten) oder Siegpunkte in anderen Formen, falls der Gegner ein Mitspielender war.

Nach sechs bzw. acht Runden und 60-120 Minuten ist dann das Ende der Zeitreise erreicht und der ruhmreichste Sabaton wird gekürt.


In unserer Runde wurde das Spiel genauso polarisierend aufgenommen, wie die Band selbst.
Das lag zum einen am Thema (die Kriegsthematik ist einfach diskutabler als Kämpfe zwischen Drachen und Zwergen – doch bei Sabaton wäre jedes andere Thema unpassend gewesen) und zum anderen an der krassen Fokussierung auf Taktik.
Wer jeden Kampf im Vorfeld analysieren und abschätzen will, wird schnell den Unmut seiner MitspielerInnen auf sich ziehen, die in dieser Zeit nichts anderes zu tun haben außer zu warten.
Man muss schon ein bisschen Bauchgefühl walten lassen, um den Spielfluss zu erhalten – auch wenn man dann mal feststellt, dass man sich völlig verkalkuliert hat und ein gefühlt sicherer Kampf total nach hinten losgeht.

Durch die große Anzahl an Karten und schier unendlicher Kombinationsmöglichkeiten wird man in den ersten Partien förmlich erschlagen. Hat man die Spielmechanik und Kampfsystematik aber verinnerlicht, läuft es insgesamt flüssiger.

Wir hatten das Gefühl, dass das Spiel jedoch erst kurz vor Ende sein volles Potenzial ausschöpft. In den ersten Runden ist ein jeder damit beschäftigt, seinen schwachen Grundeinheiten neue Truppen hinzuzufügen – erst später fühlt man sich stark genug, seine MitstreiterInnen zu attackieren – doch da befindet sich das Spiel schon in der finalen Phase…

Doch wie dem auch sei: Das Spielmaterial ist klasse, die Illustrationen hervorragend, die Anleitung multilingual. Das mit gemeinsam mit Sabaton-Bassist Pär Sundstrom entwickelte „A Battle Through History“ ist demnach nicht nur für Brettspiel-erfahrene Sabaton-Fans eine Empfehlung. Wer Bock auf eine variable, taktische und epochenübergreifende Schlacht mit hohem Wiederspielwert hat, liegt hier genau richtig.
Reine Gelegenheitsspieler sollten aber unbedingt vorher prüfen, ob sie sich dieses Kennerspiel zutrauen, denn im Gegensatz zur Musik von Sabaton ist „A Battle Through History“ keine massentaugliche Konsenskost.

Ein Musikvideotrailer und ein Teaservideo, das in die Mechanismen des Spiels einführt, sind bei YouTube verfügbar.


Plus

  • Sehr viele taktische Möglichkeiten
  • Tolle, stimmige Illustrationen

Minus

  • Längere Wartezeiten für die anderen Spieler möglich
  • Zu große Karten für kleine Hände

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Bier

Na was wohl? Sabaton!

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 6.5 von 10.

Bewertung: 4 von 10.

Bewertung: 6 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Pegasus Spiele

2-5

60-120 Minuten

ab 14

Armata Strigoi: Das Powerwolf Brettspiel

Kooperativer Kurzzeitspaß beim Kampf zwischen Vampir und Werwolf.
Die Festung der beiden letzten Strigoi muss von den Powerwolf erobert werden. Dafür begeben sich die Spielenden in Form eines Powerwolfs mit verschiedenen Fertigkeiten in den modularen Dungeon, bekämpfen böse Kreaturen um ihr Deck zu verbessern, Blut zu sammeln, um letzten Endes die Strigoi bekämpfen zu können.

Doch Vorsicht! Die Vampire schlagen mit äußerster Härte zu, wenn sie einen Werwolf finden und bringen Chaos über die Welt, falls zu viel Schaden gegen die Powerwolfs ausgeteilt wird. Daher ist es wichtig (ohne eine Taktik vorweg nehmen zu wollen), sich entsprechend schlau zu verhalten...

Hier ist auch der große Schwachpunkt des Spiels: Hat man einmal verstanden, wie das Spiel funktioniert, hat man es schon "durchgespielt". Der Wiederspielwert ist quasi Null. Bis zu diesem Punkt macht es aber durchaus Spaß die Mechaniken zu verstehen, die Decks zu verbessern und sich an den zahlreichen Anspielungen zur Band Powerwolf zu erfreuen. Weiterhin ist der modulare Aufbau des Spielbretts, das auch während der laufenden Runde taktisch verändert werden kann, ein Pluspunkt. Auch das starke Artwork und Design sind ein Hingucker, auch wenn die Mischung zwischen Fotos und Zeichnungen eine fragliche Entscheidung ist, sodass die Atmosphäre zwischen "Coolness" und "Cringe" schwankt. 

Trotzdem ist das Spiel zu schnell verbraucht. Vielleicht würde eine erhöhte Schwierigkeit und eine Kampagne gut tun: Die Powerwolfs erobern Gebiete in Tismania, stellen sich ihr Deck im Laufe der Kampagne zusammen, bekommen bessere Eigenschaften, verändern Spielgeschehen und kommen dann in die letzte Festung der Strigoi.

Unsere Runde hatte das Spiel nach 3 Runden "geknackt". Somit hat die extrem unübersichtliche Anleitung lesen und alles vorbereiten ca. so lange gedauert wie das Spiel selbst, was keine sonderlich gute Bilanz ist. Kann da die Erweiterung "Armata Strigoi: Das Powerwolf Brettspiel – Resurrection" aus der Patsche helfen? Vielleicht gehen wir der Sache noch nach!

Somit bleibt Armata Strigoi wohl ein Spiel für Fans von Powerwolf, die bereit sind, sich für kurze Zeit in so etwas reinzufuchsen und dann stolz die Schachtel ins Regal stellen, denn cool war es schon!

Plus

  • Gutes Design
  • Gute Ausstattung
  • Teamerfahrung
  • Modularer Aufbau

Minus

  • Kaum Wiederspielwert
  • Zu einfach
  • Unübersichtliche Anleitung

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Bloody Mary

Na was wohl? Powerwolf!

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 7.5 von 10.

Bewertung: 4.5 von 10.

Bewertung: 4.5 von 10.

Bewertung: 5.5 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Pegasus Spiele

2-5

60-90 Minuten

ab 14

Similo

In Similo geht es darum, als Rate-Team eine ganz bestimmte Figur unter zwölf ausliegenden Karten zu finden. Nur ein:e Spieler:in der Runde weiß, welche Figur gesucht wird. Dieser zieht in jeder Runde eine neue Karte und gibt seinen Mitspielenden den Hinweis, ob die gesuchte Karte Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zur neu gezogenen aufweist.

Die Mitspielenden versuchen anhand dieser Tipps nach und nach Karten auszuschließen, bis hoffentlich nur noch die gesuchte Figur übrig bleibt.
Da die größte Stärke von Similo die ultrastarken, detaillierten Zeichnungen von Illustrator Xavier Durin “Naiiade” sind (und völlig zu Recht 2021 für den Spielgrafikpreis Graf Ludo nominiert wurden), fällt es nicht schwer, Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zu finden. Kopfbedeckungen, Schmuck, getragene Gegenstände und und und – es gibt dutzende Möglichkeiten für den Tippgeber, so dass der Ratespaß längere Zeit Spaß macht, als die grundlegend einfache Spielidee vermuten lässt.

Außerdem lassen sich die Kartensets (Bisher erhältlich sind die Themen: Märchen, Geschichte, Mythen, Tiere, Wilde Tiere und Halloween) beliebig untereinander kombinieren. So lassen sich wirklich witzige Verbindungen herstellen. Versucht doch einmal eine bestimmte Märchenfigur anhand von Gemeinsamkeiten oder Unterschieden zu wilden Tieren zu finden! Ratespaß ist garantiert!

Kleiner Tipp: Beim Kauf im Heidelbär-Webshop erhaltet ihr auch einige zusätzliche Promo-Karten! 

Plus

  • Herausragende Artworks
  • unzählige Kombinationsmöglichkeiten mit den anderen Themen der Serie

Minus

  • Assoziationen fallen nicht jedem leicht

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Multivitamin-Schorle

Crossover a la Faith No More

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 6.5 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Horrible Guild / Heidelbär Games

2-unbegrenzt

10 Minuten

ab 7

Cross Clues

Ein kooperatives Ratespiel, das Elemente aus „Pictures“ und „Codenames“ vereint. Ein ideales Spiel für zwischendurch.
Um die Ecke
Habt ihr euch je gefragt was passiert, wenn Codenames und Pictures ein Kind bekommen? Die Antwort lautet Cross Clues. Bei diesem Spiel arbeitet ihr allerdings nicht gegeneinander, sondern gemeinsam, um möglichst viele Punkte zu erreichen.
Es werden (im Standardmodus) vier Begriffe den Buchstaben A-D zugeordnet und vier Begriffe den Zahlen 1-4 (siehe Bilder). So entsteht ein Raster von 16 Wortpaaren. Jetzt bekommen alle ein Wortpaar zugeordnet und müssen ein einziges Wort sagen, das dieses Wortpaar beschreibt, damit die anderen dieses erraten können. Hat jemand einen Hinweis gegeben bekomm man ein neues Paar zugewiesen. So spielt man alle Wortpaare aus und erhält Punkte nach erratenen Paaren. Dabei entstehen viele lustige Situationen, besonders wenn man, wie empfohlen, mit laufender Sanduhr unter Zeitdruck Hinweise finden muss. Für die 16 Paare ist eine Zeit von fünf Minuten vorgegeben. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen kann man auch mit 5x5 Begriffen spielen oder auch die Zeit verringern. Die Zeitbegrenzung zeigt schon, wie schnell eine Partie Cross Clues gespielt ist. Das ist auch einer der Punkte, die neben dem durchaus hohen Spaßfaktor positiv zu erwähnen ist. Es gibt nicht viele Spiele, die es schaffen in so kurzer Zeit genügend Freude am Spielen zu bereiten. Somit ist Cross Clues ein ideales Spiel für zwischendurch. Es gibt jedoch einen deutlich sichtbaren negativen Punkt anzumerken: Ich weiß… die Ästhetik von Farben und deren Kombinationen hat durchaus eine subjektive Komponente. Jedoch hoffe ich, dass beim Designen dieses Spiels eine gehörige Portion Drogen im Spiel war, die die farbliche Gestaltung dieses Spiels zumindest Teilweise entschuldigen würde. Glücklicherweise wirkt sich diese nur gering auf den Spielspaß aus. Dieser kann zwar bei vielen Partien in kurzer Zeit durch Wiederholungen sinken, ist aber für ein so kurzes Spiel sehr hoch.
Ist man über den ersten Farbschock hinaus eignet sich Cross Clues hervorragend als „Lückenfüller“ (Was hier in keinster Weise negativ gemeint ist) für jeden Spieleabend oder eben auch mal so als Zeitvertreib wenn man mal ein paar Minuten Freizeit zur Verfügung hat.



Plus

  • Schneller Spaß für zwischendurch
  • Gehirntraining unter Zeitdruck

Minus

  • Grausame Farbwahl
  • Bei vielen Partien repetitiv

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Energy Drink

Band: Slagsmålsklubben

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 2.5 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7.5 von 10.

Bewertung: 6 von 10.

Verlag

Rategenies

Spieldauer

Alter

Blue Orange

2-6

10 Minuten

ab 7

Mystery House





Im gut gefüllten, aber längst noch nicht übersättigten Escape-Game-Bereich sind kreative Herangehensweisen gefragter denn je.
Wie auch das zuletzt von uns getestete „Break In“ kann auch „Mystery House“ mitz einer guten Idee begeistern (die 2020 mit dem Toy Award ausgezeichnet wurde). So werden in der Spieleschachtel des Basis-Spiels eine ganze Menge kleiner Tafeln mittels Koordinaten mehrschichtig angeordnet, so dass diese von außen mehr oder weniger Einblicke zulassen.
Mit Hilfe der dazugehörigen App und den Blicken der Spieler:innen wird das aufgebaute Szenario dann dreidimensional nach Hinweisen, Rätseln und Indizien untersucht.
Die Stimmung und Atmosphäre kommen jederzeit hervorragend rüber - auch wenn es bei mehr als vier Spielern schon ziemlich eng rund um die Schachtel wird.
Falls es mal stockt, liefert die App in der Regel nützliche Informationen.
Auch wenn wir bei unserem Erstspiel mehrfach unabsichtlich die logische Reihenfolge der Rätsel übersprungen haben und dadurch in kleine „Sackgassen“ geraten sind, die den Spielfluss etwas unterbrochen haben, macht das „Mystery House“ wirklich Spaß!
In der Grundbox sind zwei Geschichten („Familienportrait“ und „Der Herr des Labyrinths“) enthalten. Dazu gibt es bereits zwei Erweiterungen („Zurück nach Tombstone“, „Das verlassene Raumschiff“ – beide werden wir noch für euch testen!). Für genug Spielstoff ist also gesorgt...

Plus

  • Keine zerstörten Spielmaterialien
  • Gut erweiterbar!

Minus

  • Gute Lichtverhältnisse (und/oder Taschenlanpen) nötig!

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Je nach Szenario… Aber Gin Tonic geht immer!

King Diamond passt sehr gut

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7.5 von 10.

Verlag

SeuchenbekämpferInnen

Spieldauer

Alter

Schmidt Spiele

1-4

60 Minuten

ab 10

Pandemic Legacy Season 2

Für eingespielte Brettspiel-Gruppen ein Muss und definitiv ein Erlebnis, das viele Stunden Spielzeit wert ist!
Viraler Hit!

Zu diesem Spiel kann man eigentlich nicht viel sagen, denn es lebt unter anderem davon, dass man nicht weiß was passieren wird.
70 Jahre nach dem Beginn einer Pandemie seid ihr gemeinsam auf der Suche nach dem Heilmittel, um die Menschheit zu retten. Wenn sie denn überhaupt noch zu retten ist… wer weiß das schon. Dem nahenden Ende wollt ihr aber nicht tatenlos zusehen. Doch wie konnte es nur so weit kommen? Wen das interessiert, der sollte sich die Spiele „Pandemic“ und „Pandemic Legacy Season 1“ zu Gemüte führen. Um „Pandemic Legacy Season 2“ spielen und erleben zu können ist das aber nicht vonnöten. Doch genau das macht dieses Spiel aus, es wird nicht nur gespielt, sondern erlebt. Zu Beginn könnt ihr euch einem Rollenspiel ähnlich eure persönlichen Charaktere und deren Fähigkeiten zusammenstellen und diese im Verlauf des Spiels weiterentwickeln. Doch seid auf der Hut, der Tod folgt euch auf eurer Reise! Und er ist permanent, denn wie bei Legacy Spielen üblich, verändert sich das Spiel mit jeder Partie und alles was ihr tut wirkt sich auf die weiteren Partien aus. Dabei erstreckt sich das Spiel über ein Jahr, wobei jeder Monat maximal zweimal gespielt werden kann, das führt dazu, dass das Spiel 12-24 Partien für euch bereithält, je nachdem wie gut ihr euch schlagt. Danach ist das Spiel aber dann durchgespielt und ist auch nicht wiederverwendbar.
Viel mehr möchte ich auch gar nicht dazu sagen, denn zu viele Informationen im Voraus können den Spielspaß schmälern. Kurz gesagt: ein kooperatives Legacy-Spiel für Fortgeschrittene und Experten, das gut durchdacht und hervorragend abgestimmt ist.


Plus

  • Fesselndes Erlebnis
  • Hohe Spannung
  • Überraschende Ereignisse

Minus

  • Kann „durchgespielt“ werden

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Aperol Spritz

Band: Ill Niño

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 10 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Verlag

SeuchenbekämpferInnen

Spieldauer

Alter

Z-MAN Games

2-4

60 Minuten

ab 14

Robinson Crusoe

Entkommt ihr von der Insel bevor einer von euch stirbt? Robinson Crusoe ist ein kooperatives Spiel, bei dem nicht nur Spielspass garantiert ist, sondern auch eine gehörige Portion Spannung! Doch nicht nur die typische Flucht von der Insel zählen hier zu euren Aufgaben.
Schiffbrüchig

Robinson Crusoe ist ein Spiel, das hält was der Titel verspricht: Ihr seid auf einer einsamen Insel gestrandet und müsst von dort entkommen. Ihr könnt das allein tun (wie in der Buchvorlage) oder aber mit bis zu vier SpielerInnen. Um das zu erreichen spielt ihr kooperativ gegen das Spiel. Alle MitspielerInnen haben dabei einen Charakter, der spezielle Fähigkeiten zum Erfolg beitragen kann. Es geht allerdings nicht nur darum einfach von der Insel zu entkommen, sondern muss in sechs Szenarien unterschiedliche Aufgaben erledigen.
Das Spielprinzip ist dabei gut durchdacht und simuliert die Situation auf einer einsamen Insel gestrandet zu sein recht gut. Ihr müsst dafür sorgen jeden Tag genug essen für alle zu haben, einen Unterschlupf bauen oder finden, euch Werkzeuge zu bauen und auch darauf achten, dass eure Moral nicht in den Keller rutscht. Um das zu erreichen muss die Insel erkundet und auf erkundeten Teilen die gewünschten Aktionen durchgeführt werden. Jeder Charakter ist im Besitz von zwei Aktionssteinen pro Tag im Spiel, die klug eingesetzt werden sollten, da man grundsätzlich zu wenige hat um alles was man möchte zu erledigen. Sehr interessant ist dabei auch, dass Aktionen nur sicher funktionieren, wenn man zwei Aktionssteine dafür verwendet. Man kann aber auch auf sein Würfelglück setzten, nur einen Aktionsstein nutzen und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert. Doch genau das ist es was euch häufig blühen wird. Ihr werdet von wilden Tieren angegriffen, verletzt euch an Dornenbüschen oder verlauft euch in der Wildnis. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass man sich die Spielkarten vor dem Spielen nicht durchlesen sollte, sondern „blind“ in die Partien startet. Das kann zwar an der ein oder anderen Stelle das Spiel erschweren, steigert allerdings den Spielspaß, da man tatsächlich von den Gefahren, die die Insel bereithält, überrascht wird. Verloren ist das Spiel, sobald einer der Charaktere stirbt oder die durch das jeweilige Szenario vorgegebene Rundenanzahl erreicht ist. Die angegebene Spieldauer von 60-120 min liegt besonders bei den ersten Partien eher bei 120 min (was aber auch mit der Diskussionsfreude der SpielerInnen schwankt). Der Start in die erste Partie ist dabei nicht gerade einfach und sollte auf jeden Fall mit einem griffbereiten Regelbuch gestartet werden. Die Schwierigkeit des Spiels im Allgemeinen schwankt leider mit der Anzahl der Spieler. Die Spielmechanik versucht zwar dem entgegenzuwirken, das gelingt aber nur bedingt, da zusätzliche SpielerInnen das Spiel vereinfachen. Dem kann man auch selbst außerhalb er Regeln entgegenwirken, da es keine Rolle spielt wer welchen Charakter übernimmt, sondern alles gemeinsam entscheidet. So kann man zum Beispiel auch zu viert mit zwei Charakteren spielen oder allein mit vier. Dadurch kann man mit jeder SpielerInnenanzahl die Schwierigkeit noch einmal einstellen. Dass alles gemeinsam entschieden wird kann aber auch leicht zum alpha-SpielerIn Syndrom führen, was letztlich bedeutet, dass sich bei Entscheidungen immer der gleiche Spieler oder die gleiche Spielerin durchsetzt und die anderen nur zuschauen.
Zusammengefasst ist Robinson Crusoe ein sehr gutes und gut durchdachtes kooperatives Spiel für 1-4 erfahrene SpielerInnen. Durch die vielen Spielkarten, von denen pro Partie nur wenige genutzt werden, können sich auch Partien mit dem gleichen Szenario sehr unterschiedlich gestalten. Auch die unterschiedlichen Charaktere tragen zur Abwechslung bei. Hat man aber alle sechs Szenarien erfolgreich abgeschlossen, kann man das Spiel als „durchgespielt“ bezeichnen. Für diesen Fall gibt es jedoch auch schon Erweiterungen, die euch vor neue Herausforderungen stellen.

Plus

  • Abwechslungsreich
  • Spannend
  • Gut durchdachtes Spielprinzip

Minus

  • Nur 6 Szenarien
  • Alpha-Spieler Syndrom möglich

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Cuba Libre

Lord of the Lost

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 8.5 von 10.

Verlag

Schiffbrüchige

Spieldauer

Alter

Pegasus

1-4

60 – 120 Minuten

ab 10

Spirit Island

Die Invasoren kommen und wollen eure Insel kolonialisieren! Als Naturgeister dürft ihr das nicht zulassen und müsst euren Inselbewohnern beistehen! Ein Kooperatives Spiel für gewievte SpieleexperInnen.
Geistreich

Habt ihr euch bei Spielen wie Siedler von Catan und anderen Kolonialisierungsspielen einmal gefragt wie das wohl Einheimische finden und was mit der dortigen Natur passiert? Der Autor von Spirit Island, R. Eric Reuss, hat das getan und ein Spiel entwickelt, das man hier und da als „anti-Siedler“ bezeichnet. 
Treffender könnte die Bezeichnung kaum sein. In diesem Spiel schlüpft ihr in die Rolle von Naturgeistern, die versuchen die Dahan und deren Heimatinsel vor den „Invasoren“ zu beschützen, wenn es sein muss mit Gewalt, der Gewalt der Natur. Die Invasoren besiedeln eure Insel und bauen Dörfer und Städte. Dadurch verödet stellenweise das Land und die Dahan müssen weichen. Doch 1-4 Naturgeister (von insgesamt 8 verschiedenen) kommen ihnen zu Hilfe. So kann zum Beispiel der Geist „Hunger des Ozeans“ einen Tsunami auslösen, um Invasoren von Küstengebieten zu vertreiben oder der „Pfeilschnelle Blitzschlag“ einen wütenden Sturm herbeirufen, um den Invasoren zu schaden. Alle Naturgeister arbeiten dabei zusammen, um die Invasoren in die Flucht zu schlagen. Das Spielkonzept ist dabei gut durchdacht. Eine Spielrunde ist in 3 Phasen untergliedert. Nachdem jeder Geist entschieden hat, wie er sich im Spiel weiterentwickeln möchte und welche Karten er spielen möchte, werden zuerst alle „schnellen“ Fähigkeiten der Geister ausgeführt. Dann verwüsten die Invasoren das Land und anschließend werden die „langsamen“ Fähigkeiten der Geister ausgeführt. Dabei dürfen die Geister nicht nur auf sich schauen, sondern sollten sich auch gegenseitig unterstützen um gemeinsam den Invasoren maximal zu schaden. Zusätzlich bekommt man mit den ausgespielten Karten auch „Elemente“, die weitere Fähigkeiten freischalten können. Grundsätzlich sei hier sehr positiv zu erwähnen, dass keine Entscheidung die man fällt für sich steht. Alles was man tut hat noch zusätzliche Effekte, die man bei der Wahl seiner Aktionen berücksichtigen muss und alles beeinflusst sich gegenseitig. So wird auch die Natur, die man hier vertritt, gut wiedergespiegelt. Wie auch das Gefüge der Natur ist dieses Spiel Komplex und erfordert viel nachdenken. Dabei kann man sagen, dass die Komplexität des Spiels mit der Anzahl der Spieler steigt, da die möglichen Entscheidungen noch vielfältiger werden. Doch deshalb und auch wegen der stark unterschiedlichen Spielweise der Naturgeister ist jede Partie anders. Eines haben jedoch alle Partien gemeinsam: ihr müsst so viel Furcht unter den Invasoren säen wie möglich! Die Furcht besitzt hierbei einen klugen Mechanismus, über den man während des Spiels die Siegbedingungen vereinfachen kann (oder eher muss, wenn man eine Chance haben will). Der Einstieg in das Spiel wird glücklicherweise durch ein sehr gutes Regelwerk unterstützt. So lernt man das Spiel zunächst mit vereinfachten Regeln, einer vorgegebenen Reihenfolge von neuen Fähigkeiten und den „einfacheren“ Geistern. Jedem Spieleprofi, der hier die Nase rümpfen sollte sei gesagt:  auch für dich ist es ratsam zumindest die erste Partie mit den Einsteiger-Regeln zu spielen. Ist man dann bei den Regeln für Fortgeschrittenen angelangt und will mehr stehen einem noch Szenarien zur Verfügung, die neuen Schwung in das Spiel bringen.
Spirit Island ist ein liebevoll gestaltetes und gut durchdachtes Spiel für Experten. Es bietet keine „Pauschallösungen“, sondern erfordert viel Hirnschmalz und gute Kommunikation zwischen den Geistern. Wie bei jedem kooperativen Spiel besteht die Gefahr des alpha-Spielers, ist aber verglichen mit anderen Spielen reduziert, da jeder Geist seine eigenen Handkarten hat und selbst am besten weiß wo gerade die Stärken des Geistes liegen. Abschließend kann man sagen, dass Spirit Island eine schöne Herausforderung für erfahrene Spieler ist, die auch mal auf der anderen Seite stehen wollen.

Plus

  • Innovatives Spielkonzept
  • Sehr kommunikatives Spielerlebnis
  • Große Variabilität

Minus

  • Man kann das Spiel „durchspielen“
  • Nichts für GelegenheitsspielerInnen

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Kräutertee/Moorgeist

Ghost Inside

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 8.5 von 10.

Bewertung: 10 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Verlag

Naturgeister

Spieldauer

Alter

Pegasus

1-4

60 – 180 Minuten

ab 12

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