Brass: Birmingham

Knallhartes taktisches Spiel in extrem gut ausgearbeitetem und unverbrauchtem Setting.
Wir begeben uns in eine Zeit der Kohle und des glühenden Stahls, des Smogs und der lauten Hammerschläge. England versinkt in schwarzen Rauchwolken, Dampfschiffe und Züge donnern durchs Land. In Birmingham sprießen neue Industrieanlagen aus dem Boden, kontrolliert von einzelnen Magnaten. 
Letztere werden von uns gespielt. Dabei wird versucht möglichst sinnvoll neue Anlagen und ein Netzwerk an Infrastruktur aufzubauen damit der Markt mit Waren beliefert werden kann, um maximalen Profit und Siegpunkte herauszuholen. Dafür hat man zwei Zeitalter zur Verfügung: Die Kanal- und die Eisenbahnepoche.
Doch wie geht das Ganze? Mit Handkarten werden Rundenweise je zwei Aktionen durchgeführt, wie Industrie bauen, Technologie weiterentwickeln oder Kanäle/Eisenbahnen bauen. Dafür werden dann Ressourcen und Geld benötigt. Erstere können sogar auch von Mitspielenden bezogen werden, doch Vorsicht, das kann ihnen auch Vorteile verschaffen. Außerdem kann auch das Kanal- bzw. Eisenbahnnetzwerk von allen genutzt werden. So kann es schnell vorkommen, dass unerwartete Interaktionen zwischen den Magnaten geschehen und Pläne sobald sie geschmiedet sind, direkt wieder durchkreuzt werden. So kommt das Gefühl der Rivalität sehr gut auf und der Konkurrenzkampf treibt einen dazu möglichst der oder die Erste zu sein, was einem allerdings auch ganz schnell das Genick brechen kann. Auch welche Karten gezogen werden, kann großen Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Plant man zu weit in die Zukunft und zieht falsche Aktionen, wird man bestraft. So ist es sicherlich weise ein grobes Ziel zu verfolgen, sich aber den äußeren Gegebenheiten möglichst flexibel anzupassen, um voran zu kommen. Schafft man es dennoch einen Markt vor allen anderen zu erschließen, kann man seine Waren verkaufen, erhält Rundeneinkommen und für später Siegpunkte. Letztere werden nach jeder Epoche gewertet, aber hier kommt ein Clou: Nach der Kanalepoche wird nahezu die komplette Infrastruktur vom Spielplan entfernt, denn danach können nur noch Eisenbahnen gebaut werden und diese sind extrem Ressourcenintensiv. So muss in der ersten Epoche nicht nur ein Auge auf viel Einkommen und Siegpunkte gerichtet, sondern auch für die Eisenbahnepoche vorgesorgt werden. 
Einziger Kritikpunkt ist wohl der langwierige Aufbau, weil jeder SpielerInnen Plan einzeln mit gefühlt hunderten Plättchen belegt werden muss. Ein sauberes Inlay hätte hier gut getan. Auch, dass der Stahl die Farbe Orange hat, ist nicht sonderlich intuitiv. Das ist aber Beschweren auf hohem Niveau.
Brass: Birmingham ist ein gnadenloses Strategiespiel für ExpertInnen. Die Interaktion ist zwar gefühlt indirekt, hat aber enormen Einfluss auf das eigene Spiel. Das ständige Umdenken und Anpassen der Taktik ist extrem fordernd, aber eben genau deshalb unfassbar reizvoll. Jeder und Jede, die sich wagt durch den Dreck und Smog der Industriellen Revolution zu wühlen, wird in Brass: Birmingham eine Oase des Spielspaßes finden.

Plus

  • Tolles Design
  • Gute Ausstattung
  • Strategisch fordernd
  • Ungewöhnliches Thema

Minus

  • Fummeliger Aufbau

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Cocktail: Stahl und Eisen

Band: Judas Priest

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Giant Roc / B-Rex-Entertainment / Roxley Games

2-4

60-120 Minuten

ab 14

Targi

Targi ist ein Duell-Spiel, das der Bezeichnung auch gerecht wird. Als Nordafrikanische Händler kämpft man um die besten Deals und muss dabei auch durchaus sehr taktisch vorgehen, um nicht nur den besten Handel für sich selbst abzuschließen, sondern auch den besten Handel des anderen Targi zu verhindern.Ein kooperatives Ratespiel, das Elemente aus „Pictures“ und „Codenames“ vereint. Ein ideales Spiel für zwischendurch.
Gepfefferte Verhandlungen

In diesem Spiel schlüpft ihr in die Rolle eines Targi, eines Händlers vom Volk der Tuareg, und versucht eurem Kontrahenten die besten Waren oder das meiste Gold strittig zu machen. Neben der Währung sind Datteln, Salz und Pfeffer die Waren, die euer Handelsgut darstellen.
Doch nicht nur der Handel ist es dem ihr eure Aufmerksamkeit schenken solltet. Er dient hauptsächlich zum Aufbau eures Stammes, der nicht nur ein Garant für Siegpunkte ist, sondern euch auch im weiteren Handel durchaus bedeutende Vorteile verschaffen kann. Eine Ausgewogene Mischung aus Handel und Stammeserweiterung ist es, die euch letztendlich zum Sieg verhilft. Aber ihr spielt ja nicht alleine... da ist ja noch der andere Targi, der euch alles streitig machen will! Zum hervorragenden Duell-Erlebnis trägt hierbei besonders ein clever designtes (wenn auch simples) Spielfeld, das nur aus Karten besteht, bei. Durch das abwechselnde platzieren eurer drei Spielfiguren am Rand der Spielbretts entscheidet ihr zum einen über eure Aktionen und zum anderen entstehen Kreuzungspunkte in der Mitte des Spielfeldes, die über eure Handel entscheiden. Dabei kann jedes Feld am Spielfeldrand nur von einer Figur besetzt werden, was eine taktische Komponente zum Spiel hinzufügt. Die eigenen Figuren blockieren aber nicht nur das eigene Feld, sondern auch das gegenüberliegende. Jedoch nur für den anderen Targi. Und als wäre das nicht genug gibt es da auch noch einen Räuber, der jede Runde ein anderes Feld blockiert und auch mal zum Raubzug ansetzt. So entsteht ein (regel-technisch) einfaches Spiel, das eine durchaus hohe taktische Komponente enthält und unter den Duell-Spielen hervorsticht. Dadurch, dass das Spielfeld aus Karten aufgebaut ist, die in der Mitte jedes mal anders sind und sich im Verlauf des Spiels auch sehr rasch verändern, bekommt das Spiel auch eine hohe Varianz was zu einem hohen Mehrfach-Spielspaß führt. Siegpunkte kann man in diesem Spiel zum einen über geschicktes Handeln sammeln und zum anderen über die gesammelten Stammeskarten erhalten. Diese kann man jedoch nicht einfach wild drauf los sammeln. Auch dabei muss man wieder taktisch vorgehen, denn man muss die abgebildeten Bilder sammeln, um Bonuspunkte zu erhalten. Ebenfalls kann man durch das schnelle Sammeln seiner Stammeskarten das Spiel vorzeitig beenden, indem man alle 12 vorhandenen Plätze füllt. Tut das keiner der beiden Targi, endet das Spiel nach 16 Runden.
Für alle, die taktische Duell-Spiele mögen, ist Targi sehr zu empfehlen! Die Taktik geht zwar nicht sehr in die tiefe, bietet aber viele Möglichkeiten, dem anderen Targi gehörig in die Suppe zu spucken, sodass ein Zug gegen den anderen Targi oft einem für sich selbst vorzuziehen ist. Zusätzlich ist das Spiel schnell aufgebaut und kann somit für viel Spielspaß zu zweit für ca. eine Stunde sorgen!



Plus

  • Ausgewogenes Duell-Spiel
  • Hohe Varianz
  • Viele taktische Entscheidungsmöglichkeiten

Minus

  • kaum für draußen geeignet

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Pfefferminztee

Band: Arka´n Asrafokor

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 8.5 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 8.5 von 10.

Verlag

Targi

Spieldauer

Alter

Kosmos

2

60 Minuten

ab 12

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