Krakel Spektakel

Die Erweiterung & Ergänzung des Zeichenspiels für alle, die nicht zeichnen können
Das 2025 zum Spiel des Jahres nominierte „Krakel Orakel“ hat inzwischen einige Erweiterungen und Spin-Offs erhalten. Neben einer Erweiterung des Basisspiels (mit neuen Karten und Stiften) und der Ü-18-Variante fungiert auch das neue "Krakel Spektakel" als Ergänzung zum Original - ist aber auch eigenständig spielbar.

Das Spielprinzip ist dabei gleich geblieben: Jeder Mitspielende bekommt eine kleine Tafel, auf der bereits ein wildes Liniengewirr zu sehen ist sowie einen abwischbaren Stift. Dann wird aus einem Stapel mit Begriffen ein Wort gezogen, das man innerhalb von zwei Minuten zeichnen muss – allerdings nur, auf den bereits vorhandenen Linien!
Anschließend wird gemeinschaftlich gerätselt, welche Begriffe vin den Mitspielenden gekrakelt wurden...

Neu ist die Drehscheibe, die eine von sechs Bedingungen festlegt. Beispielsweise, ob der einfache oder schwere Begriff gezeichnet werden muss oder welche Seite des Zeichenbretts genutzt werden muss. Die Scheibe bringt etwas mehr Abwechslung ins Spiel und macht es oft deutlich schwieriger, die Begriffe zu zeichnen. Versucht mal einen Ball darzustellen, wenn ihr ausschließlich gerade, dreieckige Formen auf dem Tableau habt, die ihr benutzen dürft...

Wie schon das Original ist auch „Krakel Spektakel“ ist ein originelles, leicht chaotisches und unterhaltsames Party-Zeichenspiel, das besonders in geselliger Runde sein volles Potenzial entfaltet. Wer das Original noch nicht besitzt, kann direkt beim "Spektakel" zugreifen. Denn für ein paar Euro mehr erhält man hier im Vergleich 90 Begriffe und die Drehscheibe zusätzlich. Lohnt sich!

Plus
– Eigenständig spielbar

Minus

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Wasser

Sunn O))) – „Oracle“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Topp

2-8

ca. 30 Minuten

ab 10

Fantastique

Ein elegantes Set-Building-Kartenspiel
In "Fantastique" gilt es über sieben Runden jeweils wertgleiche, kunstvoll gestaltete Fächerkarten auszuspielen. Wer in der laufenden Runde die meisten Karten ausspielen konnte, erhält dafür die wertvollste Medaille (Gold), die folgenden Mitspielenden dann Silber und Bronze.
Mit jeder Runde steigt der Wert dieser Medillen. Wer in der Runde die Karten mit dem höchsten Wert (1-8) ausgespielt hat, darf sich im Anschluss der Runde zuerst neue Karten aus der Auslage auswählen, was zu kniffligen Überlegungen führt. Große Sets bringen wertvolle Medaillen, hohe Werte bringen Auswahlprivilegien – beides ist wichtig, aber selten gleichzeitig erreichbar.
Dazu kommt, dass pro Runde keine Kombination aus Wert und Anzahl doppelt vorkommen darf.
Im Grande Finale werden zusätzlich bestimmte Kartengruppen gewertet, was langfristige Planung erfordert.

Highlight von "Fantastique" sind natürlich die 100 Fächerkarten im besonderen Trapez-Format mitsamt schicker Illustrationen. Aber auch auf dem Tisch kann das elegante Kartenspiel begeistern. Die gelungene Mischung aus Set-Building und nötigem Timing machen "Fantastique" zu einer kleinen, aber feinen Überraschung

Plus

  • einfach und kurzweilig
  • schönes Spielmaterial

Minus

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Sekt

Nightwish – „Dark Passion Play“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 7.5 von 10.

Bewertung: 5.5 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Verlag

Mitspielende

Spieldauer

Alter

Amigo Spiele

2 – 5

ca. 25 Minuten

ab 8

Molly Mampfzahn

In diesem Kinderspiel zählt, was hinten rauskommt...
Was passiert, wenn ein Drache alles verschluckt, was ihm vor die Schnauze kommt? Bei Molly Mampfzahn gibt es darauf eine ziemlich ungewöhnliche Antwort: Die gefräßige Molly verwandelt Schrott, alte Fahrräder und sogar Stinkesocken in wertvolle Goldmünzen – während ungeliebtes Grünzeug als qualmende Kohle hinten wieder herauspurzelt.

Im Mittelpunkt des Kinderspiels von Amigo steht eine große Drachenfigur, die abwechselnd mit Futter-Plättchen gefüttert wird bis diese hinten wieder herausfallen. Ziel ist es, möglichst viele Goldmünzen zu sammeln und gleichzeitig zu verhindern, dass Kohlenstücke den eigenen Schatz wieder schmelzen lassen.Im Kern ist "Molly Mampfzahn" also ein einfaches Sammelspiel. Doch was der Drache nach der Fütterung als Nächstes "auskackt" erzeugt Spannung und erfordert Geschick.
Liegt dort Grünzeug, sollte nicht zu viel gefüttert werden, damit man nicht riskiert, am Ende auf den Kohlestücken sitzen zu bleiben.

Molly Mampfzahn ist ein kurzweiliges Kinderspiel mit einer gelungenen Hauptfigur. Das Füttern des Drachen macht Spaß, die Regeln sind schnell erklärt und die ungewöhnliche Idee mit Goldmünzen und Kohlestücken sorgt für einige lustige Momente am Spieltisch – und das gelingt dem kleinen Drachen ziemlich gut.

Plus

  • einfach und kurzweilig
  • schönes Spielmaterial

Minus

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Drachenfruchtsaft

Dragonforce – „The Power Within“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 5.5 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Verlag

Mitspielende

Spieldauer

Alter

Amigo Spiele

2 – 4

ca. 15 Minuten

ab 5

Geschickt Gefädelt

Ein Lege Fädelspiel für kreative Köpfe
In "Geschickt Gefädelt" versucht ihr auf eurem Webrahmen die besten Muster zu erstellen.

Dazu werden aus einem Beutel jede Runde fünf Fäden gezogen und (per Draft) vier davon verteilt. Diese werden dann so in den Webrahmen eingefädelt, dass dabei eines der in der Mitte ausliegenden Muster nachgebildet wird. Je häufiger das ausgewählte Muster auf dem Webrahmen zu sehen ist, desto mehr Punkte gibt es. Doch Vorsicht! Zu viele Fäden der gleichen Farbe bedeuten Punktabzug! Es gilt also genau abzuwägen, welche Muster man sich Runde für Runde auswählt. Wer am Ende von vier Durchgängen die meisten Punkte erzielt hat, gewinnt.

"Geschickt Gefädelt" bringt das Prinzip eines klassischen Legespiels auf einen Webrahmen. Die Idee ist gut und sorgt spätestens ab der zweiten Runde für mehr Kopfzerbrechen als man vermutet. Denn neben den wählbaren Mustern gibt es auch noch eine gemeinsame Zielkarte, die bei Erfüllung Zusatzpunkte bringt.

Das werten der Muster ist nicht ganz einfach und vielleicht der größte Knackpunkt des Spiels. Bei sechzehn Fäden auf dem Webrahmen gibt es eine ganze Menge der Parallel- und Kreuzverbindungen und es benötigt einige Durchgänge, bis richtig klar ist, welche Fäden an welcher Stelle Punkte geben. Mit etwas Übung fällt dies jedoch leichter.

Wer Spaß an Legespielen hat, der bekommt mit "Geschickt Gefädelt" eine kreative Alternative für den heimischen Spieletisch.

Der Preis von knapp 30,- ist hoch - für das hochwertige Spielmaterial (100 Stoffäden und einige coole Holzknöpfe) aber angemessen.

Plus

  • hochwertiges Spielmaterial

Minus

  • komplexes Punkterechnen

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Wasser

Loom – „Soundtrack“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 6.5 von 10.

Verlag

Mitspielende

Spieldauer

Alter

TOPP Verlag

1 – 5

ca. 30 Minuten

ab 8

Hitster – W:O:A

Endlich noch härtere Töne!

Darauf haben wir lange gewartet! Als Fans der härteren Töne konnten wir in den bisher erschienenen Teilder der Hitster-Familie nicht wirklich in unseren Kernkompetenz-Genres punkten. Mit "Hitster Rock" hat sich das zwar schon ein bisschen geändert. Doch echte Metal-Bands wie Megadeth, Gojira, In Flames, Dimmu Borgir, Venom oder Obituary blieben auch dort außen vor.

Mit dem Wacken-gebrandeten "Hitster W:O:A" sieht das nun jedoch anders aus. "Hitster W:O:A" ist die längst überfällige Ergänzung für Hitster-Abende, in denen es auch mal härter zugehen darf und bietet endlich neue Duell-Anreize für Freundeskreise mit gemischtem Musikgeschmack. Wie wäre es z.B. mit einem Duell von Schlager- und Metal-Fans?

Die Mischung ist erstklassig und deckt von Doom bis Black Metal nahezu alle Genres ab. Gleiches gilt für die zeitliche Einordnung (um die es ja letztendlich geht...), die von den Siebzigern bis ins Jahr 2026 reicht. Well done!



Bisher sind folgende Editionen erschienen:

„Hitster“
"Music Bingo"
„Guilty Pleasures“
„Schlager Party“
„Summer Party“
„Bayern 1 Expansion Pack“
„Movies & TV-Soundtracks Expansion Pack“




Plus

  • Voll kombinierbar mit allen anderen Teilen

Minus

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Bier

…den braucht man bei Hitster nicht!

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtbewertung

Bewertung: 7.5 von 10.

Bewertung: 10 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8.5 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Jumbo Spiele

1-X

ca. 40 Minuten

ab 7 Jahren

Gardlings

Eine farbenfrohe Kombination aus Bag-Building und Plättchenlegen mit Push-Your-Luck-Element

Gardlings ist ein Bag-Building- und Plättchenlegespiel, bei dem ihr euren eigenen magischen Garten mit funkelnden Edelsteinen anlegt – und dabei ständig die Balance zwischen Risiko und Belohnung im Auge behalten müsst.

Runde für Runde zieht ihr Plättchen aus eurem persönlichen Beutel und legt sie auf eure Gartenfläche. Jedes Plättchen zeigt entweder einen Teil eines Edelsteins, eine nützliche Kreatur oder – leider – einen der berüchtigten Gnome. Ihr dürft so lange ziehen, wie ihr wollt, aber sobald ihr den fünften Gnom zieht, ist die Runde sofort vorbei und ihr dürft nichts davon verwerten.

Am Ende jeder Runde zählt ihr, wie viele vollständige Edelsteine ihr legen konntet. Diese bringen euch Münzen, mit denen ihr neue, bessere Plättchen kauft und so euren Beutel verbessert. Wer zuerst genug Edelsteine (je nach Spiellänge 17 oder 20) gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Die Kombination aus Bag-Building, Plättchenlegen und dem z.B auch aus „Die Quacksalber von Qedlinburg“ oder „Turbo Tiere“ bekannten Push-Your-Luck-Element sorgen für viel Spielspaß. Dank einfacher Regeln funktioniert „Gardlings“ sowohl mit Kindern ab 8 Jahren als auch mit erfahrenen Spielern.

Plus

  • Gelungene Mischung aus Bag-Building und Plättchenlegen

Minus

  • Wenig direkte Spielerinteraktion

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Ein frischer Holunderblütensirup mit Sprudel – süß wie die Edelsteine, spritzig wie die Gnome.

Alestorm – „Curse of the Crystal Coconut“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 6 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Schmidt Spiele

2-5

ca. 30 Minuten

ab 8

20000 Meilen unter dem Meer – Paraplex, Zell am Main

Wir sind an Bord der sagenumwobenen Nautilus - auf Mission vom nicht weniger sagenumwobenen Captain Nemo höchstpersönlich.
Tief unter dem Meer drohr uns jedoch die Luft knapp zu werden - wir dürfen also nicht allzu viel Zeit verlieren!

Dank der gut gemachten Kulissen fühlt man sich schnell in die Situation an Bord des legendären U-Boots versetzt. Einige coole und überraschende Effekte sowie die sinnig und passend integrierten Rätsel verstärken den Eindruck noch. Multimedial, abwechslungsreich und logisch hangelt man sich durch die Story und taucht sprichwörtlich immer tiefer 20000 Meilen unter das Meer. Einzig im letzten Drittel verliert der Raum etwas an Immersion - hier hätte man auf räumlicher Ebene deutlich mehr herausholen können.

Mit etwas Erfahrung sollten die Rätsel auch keine große Schwierigkeit darstellen, weshalb die angegebene Zeit von 75 Minuten wirklich sehr hoch angesetzt ist. Wir haben zu dritt auf Anhieb den Raumrekord geknackt und waren nach 35:52 Minuten schon fertig - überraschend für alle beteiligten und fast etwas enttäuschend, denn wir hätten gern noch etwas weiter gerätselt...

Atmosphäre & Immersion

Story & Dramaturgie

Rätseldesign

Raumqualität

Technik & Effekte

Originalität

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Ort

MitspielerInnen: Escape Maniac


Es wird mal wieder Zeit für eines unserer beliebten MitspielerInnen-Interviews! Wir fühlen uns sehr geehrt, dass niemand Geringeres als die Escape-Room-Koryphäe Sebastian sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu beantworten!


Zuerstmal: Ich bin „Tim“ Michael vom Bretthart.blog aus Klingenberg. Wer bist du und woher kommst du?

Ich bin Sebastian, Gründer von Escape-Maniac.com und Co-Host des Escape Maniac Podcasts. Gemeinsam mit meiner Frau Maria und unserem Freund Malte berichten wir seit mehr als 10 Jahren über Escape Rooms, Rätselspiele und immersive Erlebnisse. Zuhause bin ich in Berlin.

Während wir unsere Escape-Room-Liste erst ganz langsam aufbauen, ist deine Homepage "Escape-Maniac.com" DIE Anlaufstelle für Escape Room-Fans. Wie ist deine Leidenschaft dafür entstanden?

Unser erstes Escape-Room-Erlebnis hatten wir 2014 bei The Room in Berlin. Gespielt haben wir “Beast of Berlin”. Ehrlich gesagt wusste ich vorher gar nicht so genau, was mich erwartet. Ich hatte mit ein paar Rätseln in einem abgeschlossenen Raum gerechnet.

Dann kam alles anders. Plötzlich öffnete sich eine verborgene Tür und standen auf einmal in einem völlig neuen Raum. Diese typischen “Das gibt’s doch nicht!”-Momente, die jeder Escape-Room-Spieler von seinem ersten Erlebnis kennt, haben mich sofort verzaubert. Auf einmal war ich Teil einer Geschichte und nicht mehr nur Zuschauer. Diese Mischung aus Rätseln, Teamwork und dem Gefühl, für eine Stunde komplett in eine andere Welt einzutauchen, hat mich sofort gepackt.

Von da an wollten wir immer mehr Räume spielen und erleben, wie unterschiedlich dieses Hobby sein kann. Daraus wurde erst eine Leidenschaft, dann ein Blog und schließlich mit Escape-Maniac.com und unserem Podcast ein großer Teil meiner Freizeit. Auch heute, nach mehreren hundert gespielten Räumen, freue ich mich immer noch über diese kleinen magischen Momente, wenn sich ein Bücherregal dreht, ein geheimer Durchgang erscheint oder ein Raum etwas schafft, womit man einfach nicht gerechnet hat.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen! So ging es mir auch. Welches Räume sollte man in Deutschland definitiv gesehen/gespielt haben?

Da gibt es mittlerweile einige. Wenn ich eine kleine Auswahl treffen müsste, wären das “Die Legende des herzlosen Piraten” und “Metropolis 2099” von Dream Labs in Bad Steben, “Der Spielzeugmacher” von BigBreak oder die Ernie Hudson Räume von Skurrilum in Hamburg, “Der König der Träume” von Miraculum in Berlin sowie “Brandon Darkmoor” von The Room Berlin. Wer es besonders gruselig mag der sollte natürlich auch bei Horror Stories Wuppertal vorbei schauen und sich in den „Dark Forest“ begeben. Alle stehen für unterschiedliche Stärken, zeigen aber sehr gut, wie kreativ und hochwertig die deutsche Szene inzwischen geworden ist.

"Der Spielzeugmacher" hat uns ebenfalls völlig abgeholt! Welcher Raum hat dich am meisten geprägt/beeindruckt?

Das sind tatsächlich zwei verschiedene Antworten. Richtig weggelassen hatte mich wahrscheinlich “The Dome” von Mama Bazooka in den Niederlanden. Das war mein erster 10/10-Raum und der Moment, in dem ich gemerkt habe, welches Potenzial dieses Hobby eigentlich hat.

Wenn ich heute einen Raum nennen müsste, der mich am meisten beeindruckt hat, wäre es aber “Die Legende des herzlosen Piraten” von Dream Labs in Bad Steben. Der Raum verbindet eine unterhaltsame Geschichte mit fantastischer Kulisse, tollen Charakteren und einer Atmosphäre, die mich komplett abgeholt hat. Das war einer dieser seltenen Momente, in denen man vergisst, dass man eigentlich in einem Escape Room steht.

Was ist dir in einem Escape Room wichtiger: Atmosphäre & Immersion oder Raum- und Rätselqualität?

Atmosphäre und Immersion. Gute Rätsel sind wichtig, aber sie sollten die Geschichte unterstützen. Ich erinnere mich Jahre später selten an einzelne Rätsel. Ich erinnere mich an Momente, Emotionen, Charaktere und Szenen. Wenn ein Raum das schafft, hat er bei mir schon sehr viel richtig gemacht.

Womit kann dich ein Raum auf die Palme treiben?

Wenn Rätsel völlig losgelöst vom Thema wirken oder man einfach nur von Schloss zu Schloss geschickt wird. Noch schlimmer wird es, wenn die Geschichte behauptet, man sei ein Archäologe, Detektiv oder Pirat, man sich aber die ganze Zeit wie ein Teilnehmer eines Rätselhefts fühlt.

Das kann ich nachvollziehen. Davon gibt es leider auch einige. In welchen Raum würdest du deinen Erzfeind schicken?

Ganz ehrlich? Das ist schwieriger als gedacht. Selbst wenn ich mir einen besonders fiesen Raum aussuchen würde, hätte mein Erzfeind wahrscheinlich trotzdem jede Menge Spaß. Dafür sind gute Escape Rooms einfach zu unterhaltsam. Ich gönne jedem ein tolles Spielerlebnis, sogar meinem Erzfeind.

Wenn du einen Raum nach deinen eigenen Wünschen gestalten dürftest - wie würde dieser aussehen?

Ich würde ein klassisches Abenteuer im Stil von Indiana Jones und Die Goonies bauen. Keine Weltrettung, sondern eine Schatzsuche mit einer kleinen Gruppe von Freunden. Der Weg führt durch einen vergessenen Tempel, alte Katakomben und unterirdische Höhlen. Man trifft einzigartige Charaktere, klettert, entdeckt geheime Durchgänge, setzt uralte Mechanismen in Bewegung und hat immer das Gefühl, wirklich Neuland zu betreten.

Die Rätsel würden sich aus der Umgebung ergeben und niemals wie aufgesetzte Denkaufgaben wirken. Im Mittelpunkt stünden das gemeinsame Entdecken und das Gefühl, Teil eines großen Abenteuers zu sein. Und natürlich dürfte am Ende ein Moment nicht fehlen, bei dem sich plötzlich eine riesige verborgene Schatzkammer öffnet und man einfach nur staunend dasteht. Genau dieses kindliche Gefühl von Entdecken und Abenteuer ist für mich das, was Escape Rooms am besten können.

Du spielst auch gerne Escape-Games Brettspiele - Welche kannst du unseren Lesern empfehlen?

Bei den klassischen Reihen gehören die Unlock!-Spiele für mich weiterhin zur Spitze, weil sie immer wieder mit kreativen Mechaniken überraschen. Wer es etwas kniffliger mag, ist bei den Exit-Spielen von Kosmos bestens aufgehoben. Für Familien finde ich die Unlock! Kids-Reihe besonders gelungen.

Mein persönlicher Geheimtipp ist aber “The Light in the Mist”. Das Spiel erzählt seine Geschichte über ein wunderschön gestaltetes Tarot-Deck und verbindet außergewöhnlich kreative Rätsel mit einer emotionalen, erwachsenen Handlung. Es fühlt sich eher wie eine interaktive Geschichte als ein klassisches Escape-Spiel an. Voraussetzung ist allerdings, dass man mit englischen Begriffen keine Berührungsängste hat, da die Rätsellösungen trotz deutscher Ausgabe auf Englisch sind.

Wir sind begeisterte Metal-Fans, die auch das regionale Webzine www.Metal-Aschaffenburg.de betreiben. Welche Musik begeistert dich?

Mein Musikgeschmack ist tatsächlich etwas ambivalent. Auf der einen Seite höre ich unglaublich gerne Film- und Musical-Soundtracks. Hans Zimmer und John Williams gehören zu meinen Dauerbegleitern, weil ihre Musik genau wie ein guter Escape Room Geschichten erzählt und Emotionen transportiert.

Auf der anderen Seite darf es aber auch deutlich gitarrenlastiger werden. Rockbands wie Snow Patrol oder auch Linkin Park laufen bei mir immer wieder. Aber auch schnulzigen Musical-Melodien bin ich nicht abgeneigt.

Meine einzige kurze Metal-Phase liegt schon eine ganze Weile zurück. Anfang der 2000er habe ich als Jugendlicher Blind Guardian für mich entdeckt und die Alben “Imaginations from the Other Side” sowie später “A Night at the Opera” mit dem epischen “And Then There Was Silence” rauf und runter gehört. Das war zwar eher ein kurzer Abstecher in die Metal-Welt, aber diese Songs sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben.

Vielen Dank für deine Zeit! Wir sehen uns ganz bestimmt mal irgendwo!

Was passiert, wenn ich dran lecke?

Das etwas andere Quiz-Spiel
Mit "Was passiert, wenn ich dran lecke?" schickt der moses.-Verlag ein etwas anderes Quiz-Spiel ins gut besetzte Party-Game-Rennen.

Das Grundprinzip ist simpel: Es gilt, so schnell wie möglich einen (von insgesamt 74) gesuchten Begriff zu erraten.
Der Clou: Die Hinweise zum Begriff sind äußerst skurril, überaus witzig oder auch reichlich absurd. Zufällig gezogene Hinweiskarten legen fest, welche Tipps man zum gesuchten Begriff erhält.
Ein Beispiel gefällig? Okay!

"Was passiert, wenn ich dran lecke?" Das könnte ungesund enden. Schmeckt auf jeden Fall eher streng.
"Wie sieht es von oben aus?" Länglich, zwei runde Formen rechts und links, bei manchen zwei spitze Formen vorne.
"Wo fällt es unangenehm auf?" In der Schwebebahn.

Na, schon eine Idee? Richtig, ein Elefant!

Ihr erkennt schon: Lacher sind garantiert!

"Was passiert, wenn ich dran lecke?" lässt sich kooperativ oder kompetitiv spielen und ist auch hervorragend für größere Gruppen geeignet. Sechs enthaltene Jokerkarten sorgen für zusätzlichen Spielspaß.

Ein durchaus spaßiges Quiz-Spiel - ideal für Partyabende.

Plus

  • Spaßiger Ansatz
  • flexibel spielbar

Minus

  • Fragen sind schnell verbraucht

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Cola

Aerosmith – „Lick it up“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Verlag

Mitspielende

Spieldauer

Alter

moses. Verlag

3 – X

ca. 25 Minuten

ab 14

Magic Boom – Team X Köln

Im Büro des Professors der Magischen Schule ist ein dunkelmagisches Artefakt aufgetaucht. Und obwohl wir noch nicht einmal den Abschluss zum dritten magischen Grad abgeschlossen haben, wird hierfür unsere Hilfe benötigt. Ob das gut geht?

Das magische Abenteuer beginnt schon an der Eingangstüre zur Agentur für Zeitreisen, Quantenmagie und Abenteuer. Es wird unmittelbar klar, dass die Story hier nicht zum schmückenden Beiwerk verkommt, sondern elementarer Bestandteil des "Magic Booms" wird.

Die liebevolle Detailverliebtheit, die in den gesamten Räumlichkeiten steckt, lässt uns sofort in die Geschichte eintauchen und mich schon nach wenigen Minuten verblüfft da stehen.
Überraschungsmomente gibt es im Laufe der 60 Minuten noch einige - viele davon hängen mit einer magischen Kreatur zusammen, der - ohne zuviel zu verraten - eine "Schlüsselrolle" im "Magic Boom" zukommt. Was für ein Spaß! Haben wir in dieser Form auch noch nicht erlebt!

Die Rätsel sind kreativ, abwechslungsreich, multimedial und mit einem klar erkennbaren roten Faden verbunden. Wenn wir hängen geblieben sind, war das zumeist unser eigenes Verschulden.
Im Raum herrscht eine tolle Lichtstimmung, es gibt feine Effekte und sehr schöne Requisiten.
Dazu vergeht die Zeit wie im Fluge. Zauberhaft - und nachvollziehbar, dass der Raum 2025 für den Escape-Room-"Oscar" TERPECA nominiert wurde.

Es ist jedesmal wieder schwierig, einen Escape-Raum zu bewerten. Was ist wichtiger: Die Raumqualität? Die Kulissen? Die Rätsel? Die Atmosphäre? Jeder hat hier andere Präferenzen und Vorlieben.
Das Thema "Magie" ist nicht unbedingt unser Lieblingsthema - aber "Magic Boom" hat uns wirklich überrascht, amüsiert und abgeholt (O-Ton Tanja: "Der beste magische Raum, den wir bisher gespielt haben!").
Das Team X hat begrenzte räumliche Möglichkeiten (klimatisiert!), aber so viel herausgeholt, dass man dabei nichts vermisst und liefert damit den besten Raum, den wir bisher in Köln gespielt haben!

Ebenfalls eine Mention wert: Der wahnsinnig nette Kontakt mit Marion im Vorfeld sowie André vor Ort!


Atmosphäre & Immersion

Story & Dramaturgie

Rätseldesign

Raumqualität

Technik & Effekte

Originalität

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

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