Es wird mal wieder Zeit für eines unserer beliebten MitspielerInnen-Interviews! Und passend zur Weihnachtszeit ist hier auch ein kleiner Wunsch in Erfüllung gegangen! Denn niemand geringeres als Cron hat sich diesmal die Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten! Wir fühlen uns sehr geehrt.
Da Cron genau wie ich (Tim) nicht nur gerne Brettspiele spielt, sondern genauso gern Achterbahn fährt, muss ich natürlich die Gelegenheit ergreifen, zwischendurch ein paar Fragen zum Thema Rollercoaster zu stellen.
Hey Cron, welche Spielfarbe wählst du?
Wenn es geht „blau“, ich spiele aber auch gern „schwarz“ oder „rot“, ich bin da nicht so fanatisch. Manche können da ja regelrechte Kämpfe ausfechten, oder damit drohen beleidigt wieder abzurauschen, wenn sie nicht ihre Hausfarbe spielen dürfen.
Wie gut kannst du verlieren?
Da ich fast immer verliere, habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt 😉
Du bist auf deinen Reisen schon so ikonische Coaster wie Shambala, Hyperion oder Wildfire (wie hat dir Wildfire gefallen?) gefahren. Welche Brettspiele sind für dich echte "Ikonen" und welches Spiel hat dich im deinem Leben am meisten geprägt?
Hui, das sind ja mehrere Fragen auf einmal. Also der Reihe nach: Wildfire ist tatsächlich eine der besten Achterbahnen, die ich in meinem ganzen Leben gefahren bin. Definitiv meine bislang beste Holzachterbahn. Wirklich unglaublich, dass die sich so ein Ding von Rocky Mountain Construction in ihren Zoo haben bauen lassen!
Bei den Brettspiel-Ikonen wird es schon schwieriger. Ganz sicher bin ich mir bei »Catan«, das ich immer als das »Harry Potter der Brettspiele« bezeichne. Damit meine ich: So wie »Harry Potter« eine ganze Generation wieder zum Lesen gebracht hat, hat »Catan« unzähligen Menschen gezeigt, dass Brettspiele mehr als Scrabble und Monopoly sein können.
Das Spiel, das mich in meinem Leben am meisten geprägt hat, ist »Hero Quest«, weil mich das damals als Zwölfjähriger völlig weggeblasen hat. Vermutlich bin ich nur deswegen Fantasy- und Brettspielfan geworden 😉 Ich könnte sogar noch weiter übertreiben und behaupten, dass die Abenteuer, die ich damals für »Hero Quest« geschrieben habe, meine ersten eigenen Geschichten waren, die ich zu Papier gebracht habe. Und heute bin ich hauptberuflich Drehbuchautor …
Du hast zuletzt einige Bilder aus Port Aventura gepostet. Ein sehr schöner Park mit einigen echten Highlights für Achterbahnfans! Aber ich bin da ganz bei dir: Furius Baco oder Stampida sind inzwischen echt fast nicht mehr fahrbar. Welche Spiele sind für dich heute kaum noch spielbar?
Das gerade genannte »Hero Quest« funktioniert leider nur noch mit Retro-Flair. Da sind die Regeln wirklich wahnsinnig schlecht gealtert …
Falls du nicht ohnehin schon mal dort warst, kann ich dir Alton Towers in England sehr empfehlen! Ein unfassbar schöner und ungewöhnlicher Freizeitpark mit genialen Achterbahnen! Auch Liseberg in Göteborg ist richtig klasse!
Die Parks in England fehlen mir leider noch. Wir hatten vor ein paar Jahren schon die Reise gebucht … und dann kam uns leider die Pandemie dazwischen. Dafür waren wir dieses Jahr das erste Mal in Liseberg und da kann ich dir voll zustimmen. Ein richtig toller Park!
Welches Spiel zum Thema Freizeitparks ist denn deiner Meinung nach das Beste?
Ich warte ja immer noch auf das große Experten-Freizeitparkspiel, bei dem man, wie damals in »Theme Park« am PC den Salzgehalt der Pommes erhöhen kann, damit die Leute mehr trinken müssen. Also so eine Art »Arche Nova« mit Freizeitpark-Thema. Das würde mich glücklich machen. Denn leider sind viele Freizeitpark-Spiele oft seichter Familienkram, die uns (wenn überhaupt) nur kurzfristig Spaß machen. Ganz gut gefallen mir z.B. »Unfair« oder »Grand Carnival«.
Arche Nova mit Freizeitpark-Thema! Da wär ich auch sofort dabei! Wir bei https://bretthart.blog/ sind begeisterte Metal-Fans, die auch das regionale Webzine www.Metal-Aschaffenburg.de betreiben. Welche Musik begeistert dich?
Ich höre auch gern Metal, aber auch viel Punk, SKA usw. Wir fahren in der Sommerzeit jedenfalls auch wahnsinnig gern mit unserem Camper auf Festivals, mal groß, mal klein, mal kommerziell, mal independent. Im nächsten Jahr ist mal wieder ein Trip nach Nürnberg zu »Rock im Park« geplant. Vielleicht treffen wir uns ja mal irgendwo?
Das wäre cool! Welche Band oder welche(r) Musiker(in) muss unbedingt ein eigenes Spiel veröffentlichen?
Ein »Deichkind«-Brettpiel würde mich interessieren, das stelle ich mir witzig vor 😉 Aber spannender als eine bestimmte Band oder Musiker(in) finde ich ja generell das Thema »Konzert«- oder »Festivalbrettspiele«. Zuletzt habe ich mir »Trollfest« gekauft, wo wir in einem Fantasy-Setting eine Band managen und auf Tour schicken. So was gefällt mir 🙂
Da muss ich mir „Trollfest“ direkt mal für unsere „Heavy Metal Spiele“-Liste vormerken! Welche beiden Spiele müsste es in Kombination geben?
»Galaxy Trucker« + »Legacy«. Und natürlich »Arche Nova« meets »Unfair«
Lieber eine gute Achterbahn, die schlecht thematisiert ist oder eine schlechte Bahn mit herausragender Thematisierung?
Oh, schwierige Frage. Ich glaube lieber eine gute Achterbahn, die schlecht thematisiert ist. Aber eine schlechte Bahn mit herausragender Thematisierung würde ich zumindest fahren, was von einer schlechten Bahn, die schlecht thematisiert ist, niemals gilt. In eine Topliste kommen beide Kandidaten eher nicht 😉
Zum Schluss natürlich der Klassiker: Was sind deine All-Time-Top-5 Spiele? Und welches deine Top 5 Achterbahnen?
All-Time-Top-5-Spiele
1. Arche Nova 2. Terra Mystica (inzwischen in der aktuellen »Age of Innovation«-Edition) 3. Galaxy Trucker 4. Dominion 5. Skull King
Achtung! Der Vulkan bricht aus! Wo wir Menschen zu flüchten beginnen, freuen sich die kleinen Feuerdrachen! Für diese gibt es nämlich nichts leckereres zu futtern als frische Lava. Schnell sucht sich jeder den besten Platz, um möglichst frische Lava zu bekommen. Denn wer will schon kalte Lavabrocken essen?
Zu Beginn des Spiel, sucht sich jeder Mitspielende einen der fünf süßen Drachen aus, den es anschließend zu füttern gilt. Wer an der Reihe ist, platziert seinen Drachen am vielversprechendsten Lavastrom. Reihum folgen die Mitspielenden. Dann wird gewürfelt, wie viele Lava-Chips aus dem Beutel genommen und beliebig in die noch freien Lavaströme geschoben werden. Dadurch fallen an anderen Stellen Lavabrocken unterschiedlicher Qualität heraus (gelb ist frisch und am besten, grau ist alt und schlecht) – im besten Fall direkt ins Maul des eigenen Drachen! Lecker! Danach werden alle Drachen wieder zurückgenommen und es geht nach gleichem Prinzip weiter, bis am Ende nicht mehr genug Chips im Beutel sind. Wer dann in der Summe die leckersten Lava-Chips gefuttert hat, gewinnt das Spiel.
Wie bei den drei Magiern üblich, ist das Spiel rund um ein tolles Grundelement aufgebaut. In diesem Fall ist das der Vulkan mit seinen acht unberechenbaren Lavaströmen.
Die Spannung und der Spaß am Tisch ist groß, wenn der eigene Drache zwar einen tollen Platz ergattert hat, am Ende aber doch leer ausgeht, weil die Chips einfach an anderen Stellen herauspurzeln – oder gar in anderen Drachenmäulern landen.
Ein roter, alles vernichtender Nebel liegt über dem Land, weshalb sich die neuen Völker in die Lüfte erhoben haben. Sie versuchen sich neuen Lebensraum zu erschließen, den roten Nebel zu verbrennen und Siedlungen in angepflanzten Wäldern, hoch in den Baumwipfeln zu errichten. Dabei nutzen sie die Magie, die die Menschheit vor ihnen nie hatte.
In Tribes of the Wind versuchen alle ihr Tableau zu bewalden und zu bevölkern und nutzen dafür je 5 Karten, die sie vor sich aufstellen. Diese sind in in 4 Elemente aufgeteilt, die jeweils verschiedene Aktionen auslösen. z.B. kann Wasser gesammelt, Wälder gepflanzt, roter Nebel entfernt oder Windläufer bewegt werden. Der Clou ist, dass die Stärke der Aktionen von den Elementen der benachbarten Mitspielenden abhängt. Dieser Mechanismus ist so simpel wie genial, da man immer mit einplanen muss welche Elemente zur Verfügung stehen. Wird die rechte Mitspielerin vermutlich einen Wald anpflanzen oder doch eher die Windläufer bewegen, sodass ich entweder ein Natur- oder ein Windelement weniger zur Verfügung haben werde? Zusätzlich können jeweils bis zu zwei Spezialfähigkeiten freigeschaltet werden, die diese Aktionen verstärken.
Weiterhin können Tempel gebaut , die Einmalboni geben, sowie Dörfer gebaut werden, die entweder Boni geben oder Siegpunktbedingungen freischalten. Wenn eine Person 5 Dörfer gebaut hat, endet das Spiel und die Punkte werden ausgewertet.
Das Spielgefühl ähnelt auf eine gewisse Art und Weise Living Forest, obwohl die Mechanismen doch anders sind, da in Tribes of the Wind beispielsweise kein "push your luck" vorkommt. Es ist taktischer und vielfältiger, sowie wenig glückslastig. Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass man genau in den richtigen Momenten starke Siegpunktbedingungen zieht und damit das Spiel dominiert.
Tribes of the Wind ist ein leicht zu lernendes und flüssig laufendes Spiel mit einer kreativen und gut funktionierenden Mechanik. Die Thematik sowie das Design sind spannend und auch nach sehr vielen Partien wird das Spiel nicht langweilig.
Ist das etwa einfach Poker mit Uno gemischt? Das klingt irgendwie zu simpel für Spielspaß. Oder?
Das war unser erster Gedanke, als wir die kurze und bündige Anleitung zu Surfosaurus Max gelesen haben. Denn im Prinzip spielen alle nacheinander erst eine Karte, dann eine zweite im Wert von 1-12 offen aus. Haben alle 2 Karten vor sich liegen, wird ähnlich wie bei Pokerregeln geschaut was die höchste Kombination aus 4-5 Karten ergibt. Beispielsweise 5 gleiche Karten oder eine Straße. Diese werden dann gewertet. Hohe Karten geben wenig, niedrige Karten viele Punke. Fertig. Nach 2-3 Runden werden die Punkte gezählt. Der Dino mit den meisten gewinnt.
Das ist alles? Ja! Aber es steckt so viel Mind- und Metagame in diesem Spiel, was einem erst beim Spielen bewusst wird. Spielt man zunächst hohe Karten an, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass sie gewertet werden? Spielt man auf Pärchen oder doch lieber riskant auf 5 gleiche Karten? Spielt man eine niedrige Karte mit der Gefahr, dass sie gegen Ende der Runde aus der Wertung fliegt? Spielt man eine hohe Karte, um eine niedrige vom Gegner oder der Gegnerin rauszuwerfen?
Alles in Allem ist Surfosaurus Max nicht nur ein phantastisch skurril designtes (Hallo! Surfende Dinos!), sondern auch ein sehr kurzweiliges und überraschend simples, aber taktisches Spiel, das man überall mit hin nehmen kann. Nicht umsonst war es für uns ein suchterregender Dauerbrenner während der Wartezeiten auf der Spiel 23!
Ein kooperatives Würfelspiel für Vorschulkinder und junge Kids
Gemeinsam versuchen wir, allen Kindern in der Warteschlange ein leckeres Eis zu servieren (je mehr Kugeln, desto besser!) bevor die Sonne die Kugeln schmilzt.
Nacheinander wird der Würfel geworfen und die gewürfelte Aktion ausgeführt.
Zeigt der Würfel eine Eissorte, dann wird die entsprechende Sorte auf eine beliebige Eiswaffel gelegt (keine Waffel darf jedoch zwei gleiche Sorten oder mehr als drei Kugeln haben!).
Würfelt man ein Kind, so darf eine der bereits gefüllten Eiswaffeln serviert werden.
Wird die Sonne gewürfelt, zieht man den Sonnenmarker ein Feld weiter. Steht an dieser Stelle des Markers eine Waffel mit drei Kugeln, so schmilzt die Sonne diese und die Waffel darf nicht mehr verwendet werden.
Kann keine Kugel platziert werden, wird eine Münze geworfen, die entweder eine Sonne oder ein Kind zeigt.
Wenn am Ende alle Kinder eine Eiswaffel erhalten haben, ist das Spiel zu Ende. Oder aber, wenn kein Eis mehr serviert werden kann.
Die Regeln von „Carla Caramel“ sind so einfach gehalten, dass das Spiel bereits ab vier Jahren problemlos verstanden und gespielt werden kann. Der Wettlauf mit der Sonne erzielt hier auch eine gehörige Portion Spannung, die bei genauerem Betrachten (und vor allem für ältere Kids) aber gar nicht so dramatisch ausfällt.
Die Chancen, dass ein volles Eis wirklich schmilzt sind nämlich sehr gering und nur vorhanden, wenn man auf volles Risiko spielt (=alle Waffeln mit drei Kugeln zu servieren).
So bleibt „Carla Caramel“ vor allem für Vorschulkinder und jüngere Kids interessant – diese haben aber wirklich viel Spaß mit dem Servieren der coolen Eiskugeln – insbesondere, weil der Spielaufbau mit dem supertollen 3D-Eiswagen den Spieltrieb wirklich animiert. Da ist auch die Nominierung zum Kinderspiel des Jahres 2023 gerechtfertigt.
Ein Geschicklichkeitsspiel für kleine Naturschützer
In der schönen Meeresbucht schwimmt eine ganze Menge Müll. Dosen und Flaschen verschmutzen bereits den ganzen Strand. Das kann und darf so nicht bleiben!
Deshalb geht es zusammen mit Captain Nature aufs Boot, um den ganzen Unrat einzusammeln, damit die Meeresbewohner wieder in die Bucht zurückkommen können.
Bevor es mit dem Boot auf Tour geht, wird auf einem Tisch (bzw. auf einer glatten Oberfläche, die alle gut erreichen können) mit Hilfe von Bojen ein Feld abgesteckt, in dem verschiedene Meeresbewohner und Müll verteilt werden.
Anschließend erhält jeder Mitspielende eine Karte, auf der angegeben ist, welcher Müll bei der nächsten Fahrt gesammelt werden muss.
Abwechselnd muss das Boot nun so durch die Bucht manövriert werden, dass dabei nur Müll (und keine Meerestiere!) eingesammelt wird. Der Clou: Es wird blind gefahren!
Sich dabei zuvor einen Weg einzuprägen, den man dann mit dem Boot abfahren will, klingt leichter als es letztendlich ist. Deshalb dürfen einmal im Spiel auch die Mitspielenden durch Zurufe helfen.
Für jede erfüllte Karte kommt dann ein Meeresbewohner zurück in die Bucht und der Müll in den Container. Wenn die Bucht sauber ist, gewinnen alle gemeinsam.
„Captain Nature“ ist ein einfaches Geschicklichkeitsspiel, das das Thema Umweltschutz für die junge Zielgruppe auf spielerische Weise näherbringt. Das unberechenbare Sammeln erzeugt bei den Kids eine ganze Menge Spannung und bleibt in Erinnerung.
Ein kleines Manko: Das Boot ist etwas wackelig zusammenzustecken und fällt in Kinderhänden schnell auseinander. Wir haben es daher mit etwas Klebstoff fixieren müssen.
Wer auf der Suche nach einem kooperativen, gemeinschaftlichen Kinderspiel ist, der liegt mit „Captain Nature“ richtig.
Ein niedliches, familientaugliches Deckbuilding-Spiel - nicht nur für Pilzsammler!
In „Mycelia – Im Tal der tausend Tautropfen“ müssen mit Hilfe der süßen Pilz-Waldbewohner sämtliche Tautropfen zum Schrein der Waldgöttin gebracht werden. Wem dies zuerst gelingt, gewinnt nicht nur den Segen der Göttin, sondern auch das Spiel.
Alle Mitspielenden beginnen mit dem gleichen Kartenset. Drei Karten werden auf die Hand gezogen. Nacheinander spielt jeder seine drei Karten aus, führt deren Fähigkeit aus und zieht drei neue Karten nach.
Die Fähigkeiten der Pilz-Helden helfen dabei, die Tautropfen auf dem eigenen Spielfeld in Richtung des Schreins zu bewegen (oder vom Feld zu entfernen). Mit ebenfalls durch Handkarten erworbenen Blättern (der Währung in „Mycelia“) können zusätzliche Karten für das Deck gekauft werden. Deren bessere Fähigkeiten helfen dabei, die eigenen Tautropfen möglichst schnell loszuwerden. Das ist wichtig, denn sobald der Schrein der Göttin voll ist, setzt der Regen ein und verteilt neue Tropfen im Wald.
Obwohl (ganz typisch für Deckbuilding-Spiele) alle Mitspielenden unter gleichen Voraussetzungen starten, entwickelt sich schnell ein spannender, sehr variabler Wettlauf im Wald. Sobald die Symbole und Fähigkeiten der Karten einmal verinnerlicht sind, spielt sich „Mycelia“ so flüssig, dass Wartezeiten so gut wie gar nicht mehr vorhanden sind.
In seiner Grundform, mit schlankem Regelwerk ist das Spiel schnell gelernt und für Jung und Alt gleichermaßen gut geeignet. Wer es etwas kniffliger haben möchte, der kann mit doppelseitigen Spielplänen und Ergänzungs-Karten den Schwierigkeitsgrad und die Komplexität erhöhen.
Obwohl das Spielmaterial durchweg hochwertig ist, sind die 40,- € Verkaufspreis, die Ravensburger für „Mycelia“ abruft nicht gerade wenig. Zumal der große, zusammengesteckte Altar für die Spielmitte eigentlich gar nicht nötig wäre. Er erfüllt keinen spielentscheidenden Zweck, außer einen Würfel zu werfen. Aber gut – er sieht zumindest recht imposant aus.
Doch genug genörgelt: „Mycelia“ ist ein klasse Deckbuilding-Spiel, das mit unverbrauchtem Thema und mega-süßen Artworks die ganze Familie begeistert!
Plus
Durch die zusätzlichen Karten und doppelseitigen Spielpläne ist Dauerspielspaß garantiert
Wissenschaftliche Bezeichungen der Pilze für Zusatzwissen
Wertiges Spielmaterial
Minus
Tempelaufbau eigentlich unnötig
Getränkevorschlag
Musikvorschlag
Saft für die Kids, Pils für die Erwachsenen
Mushroomhead – „A Wonderful Life“ oder Mantar – „Ode To The Flame“
Ein taktisches Kaffee-Legespiel – nicht nur für Fans von koffeinhaltigen Heißgetränken…
In „Café del Gatto“ schlüpft ihr in die Rolle von Baristas, die ihren KundInnen die cremigsten und schmackhaftesten Kaffeespezialitäten servieren möchten.
Jeder Mitspielende hat fünf verschiedene Kaffee-Spezialitäten vor sich liegen (Cappuccino, Espresso, Latte Macchiato…), die es mit Kaffee- und Milchsteinen zu befüllen und zu servieren gilt.
Jeweils fünf Steine mit unterschiedlichen Werten (Baristapunkte) und Eigenschaften (heiß, kalt, cremig) liegen hierfür in der Espressomaschine für alle Baristas aus.
Wer an der Reihe ist, kann sich einen dieser Steine kaufen, in dem er den aktuell gegenüberliegen Betrag bezahlt. Durch das Herausnehmen und Nachrutschen der Steine ändert sich dieser Wert immer wieder – wobei die frisch nachgelegten Steine ganz oben in der Maschine immer etwas kostspieliger sind.
Wer seinen Kaffee fertig befüllt hat, darf ihn servieren und erhält dafür neben den spielentscheidenden Baristapunkten auch zusätzliches Geld, wenn das Getränk möglichst gleiche Eigenschaften hat. Hier gilt es schnell zu sein, denn die hohen Baristapunkte sind limitiert. Wer zu spät kommt, muss auf niedrigere Werte zurückgreifen (oder seinen Kaffee mit Zuckerwürfeln aufpeppen).
Das Spiel endet, sobald es einem der Spielenden gelungen ist, alle fünf Sorten zu servieren.
Der Wettlauf um die besten Kaffeemischungen ist schnell gelernt, spielt sich flott und entwickelt eine coole Dynamik. Denn jeder einzelne gekaufte Kaffee- und Milchstein beeinflusst durch das Nachrutschen in der Espressomaschine den Preis für die Mitspielenden im Anschluss. Und jede servierte Tasse bedeutet weniger Baristapunkte für den Rest. Es muss ständig überlegt werden, ob man seine Spezialität lieber schnell serviert, und dafür weniger Punkte und Geld erhält, oder langsam ein Meisterwerk brüht, das zwar viele Punkte einbringt, aber am Ende sehr kostspielig wird.
Rund 40,- € klingen auf den ersten Blick viel für das taktische Familienspiel, doch das hochwertige Spielmaterial (tolle zweifarbige Acrylsteine!) stimmt milde.
Was allerdings die Katzen mit dem Spiel zu tun haben, erschließt sich uns nicht so richtig. Außer auf dem Coverartwork und in kleinen Details tauchen die Tiere im Spiel gar nicht auf. Hier wäre vielleicht an anderes Thema passender gewesen…
„Café del Gatto“ hat 2023 den österreichischen Preis: "SPIEL der Spiele 2023" gewonnen.
Plus
Tolles Spielmaterial
Minus
Katzen-Thema nicht greifbar
Getränkevorschlag
Musikvorschlag
Kaffee, Cappuccino, Espresso oder ein Latte Macchiato auf Eis
Auf der großen Weide suchen die die jungen Diplodocus-Kinder nach den schmackhaftesten Gräsern. Doch Vorsicht! Hinter den Büschen könnte auch ein T-Rex darauf warten, Angst und Schrecken unter den süßen Langhälsen zu verbreiten!
Abwechselnd bewegen die Mitspielenden einen ihrer Diplos so weit in gerader Linie, bis dieser auf ein Grasfeld, einen anderen Dino oder den Spielfeldrand stößt.
Landet der Dino auf einem Grasfeld, darf dieses umgedreht werden. Unter den Grasplättchen verbirgt sich dann entweder leckeres Gras oder überraschende Ereignisse wie z.B. ein Vulkanausbruch, Dino-Nachwuchs - oder aber es versteckt sich dort ein gefürchteter T-Rex.
Dieser kleine gefräßige Geselle darf von den Mitspielenden ebenfalls bewegt werden, um damit die armen Diplos zu erschrecken und vom Spielfeld zu jagen. Es sollte also gut überlegt werden, wo genau man seine Dinos grasen lässt…
Am Ende gewinnt, wer am meisten Punkte gesammelt hat.
Jurassic Snack ist ein schnell gespieltes Duell, dessen größter Reiz natürlich von den obercoolen Spielfiguren ausgeht. Welches (innere) Kind kann diesen Dinos denn nicht widerstehen?
Damit es nicht allzu schnell langweilig wird, bringt der modulare Spielaufbau Abwechslung in die Partien, und die kurze Spieldauer halten auch jüngste SpielerInnen im Geschehen. Schönes Spiel!
Richtig cool auch: „Jurassic Snack“ kann mit „Jurassic Brunch“ (Rezi folgt demnächst…) kombiniert werden. Dann lässt es sich sogar zu viert spielen!
Plus
Kurze Spielzeit
Kombinierbar mit Jurassic Brunch
Minus
Getränkevorschlag
Musikvorschlag
Cola – aber nur wenn der Mama-Saurier nicht schaut!
T. Rex – „Electric Warrior“ oder natürlich Heavysaurus!
Ein kleines, aber feines aufgepepptes Stichspiel für zwischendurch
In der Legende heißt es, dass der Heilige St. Patrick einst alle Schlangen aus Irland vertrieben hat.
Im Kartenspiel „St. Patrick“ versuchen wir den giftigen Bissen der Schlangen zu entgehen und dem Namensgeber damit zu helfen, die Reptilien in die Flucht zu schlagen.
In seinen Grundzügen ist „St. Patrick“ ein ganz klassisches Stichspiel (der höchste Wert der ausgelegten Farbe gewinnt den Stich) für drei bis vier Mitspielende.
So weit, so austauschbar? Nein, denn ein paar Eigenheiten werten das Spiel auf.
Bevor es an das Ausspielen der Karten geht, notieren sich alle Mitspielenden jeweils 20 Lebenspunkte und geben ein bis drei Karten im Uhrzeigersinn weiter. Anschließend nimmt sich reihum jeder eine bestimmte Menge der kleinen Reliquien-Chips (Kleeblätter) – so lange, bis alle gepasst haben oder keine Reliquien mehr vorhanden sind. Dann hat die Gier gesiegt, die Menge der genommenen Reliquien wird von den Lebenspunkten abgezogen und die Kartenhand wird weitergereicht.
Andernfalls geht es in die Stichphase. Für jede Schlangenkarte, die man mit einem Stich erhält, verliert man eine Reliquie (in zwei Fällen sogar drei Stück). Hat man keine mehr, verliert man stattdessen Lebenspunkte.
Es gilt also in jeder Runde immer gut abzuwägen, welche Karten man weitergibt und wie viele Reliquien man nimmt, damit man am Ende weder zu gierig, noch zu vorsichtig war.
Mit diesen kleinen Taktik-Kniffen macht sich „St. Patrick“ spannend und hebt sich von traditionellen Stichspielen ab. Außerdem sehen die Karten (speziell die schwarzen Schlangenkarten!) richtig stark aus!
Ob beides ausreicht, um sich bei all der starken Konkurrenz einen Platz im Spieleregal zu sichern, muss aber jeder für sich selbst entscheiden.