Es wird mal wieder Zeit für eines unserer beliebten MitspielerInnen-Interviews! Wir fühlen uns sehr geehrt, dass niemand Geringeres als die Escape-Room-Koryphäe Sebastian sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu beantworten!
Zuerstmal: Ich bin „Tim“ Michael vom Bretthart.blog aus Klingenberg. Wer bist du und woher kommst du?
Ich bin Sebastian, Gründer von Escape-Maniac.com und Co-Host des Escape Maniac Podcasts. Gemeinsam mit meiner Frau Maria und unserem Freund Malte berichten wir seit mehr als 10 Jahren über Escape Rooms, Rätselspiele und immersive Erlebnisse. Zuhause bin ich in Berlin.
Während wir unsere Escape-Room-Liste erst ganz langsam aufbauen, ist deine Homepage "Escape-Maniac.com" DIE Anlaufstelle für Escape Room-Fans. Wie ist deine Leidenschaft dafür entstanden?
Unser erstes Escape-Room-Erlebnis hatten wir 2014 bei The Room in Berlin. Gespielt haben wir “Beast of Berlin”. Ehrlich gesagt wusste ich vorher gar nicht so genau, was mich erwartet. Ich hatte mit ein paar Rätseln in einem abgeschlossenen Raum gerechnet.
Dann kam alles anders. Plötzlich öffnete sich eine verborgene Tür und standen auf einmal in einem völlig neuen Raum. Diese typischen “Das gibt’s doch nicht!”-Momente, die jeder Escape-Room-Spieler von seinem ersten Erlebnis kennt, haben mich sofort verzaubert. Auf einmal war ich Teil einer Geschichte und nicht mehr nur Zuschauer. Diese Mischung aus Rätseln, Teamwork und dem Gefühl, für eine Stunde komplett in eine andere Welt einzutauchen, hat mich sofort gepackt.
Von da an wollten wir immer mehr Räume spielen und erleben, wie unterschiedlich dieses Hobby sein kann. Daraus wurde erst eine Leidenschaft, dann ein Blog und schließlich mit Escape-Maniac.com und unserem Podcast ein großer Teil meiner Freizeit. Auch heute, nach mehreren hundert gespielten Räumen, freue ich mich immer noch über diese kleinen magischen Momente, wenn sich ein Bücherregal dreht, ein geheimer Durchgang erscheint oder ein Raum etwas schafft, womit man einfach nicht gerechnet hat.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen! So ging es mir auch. Welches Räume sollte man in Deutschland definitiv gesehen/gespielt haben?
Da gibt es mittlerweile einige. Wenn ich eine kleine Auswahl treffen müsste, wären das “Die Legende des herzlosen Piraten” und “Metropolis 2099” von Dream Labs in Bad Steben, “Der Spielzeugmacher” von BigBreak oder die Ernie Hudson Räume von Skurrilum in Hamburg, “Der König der Träume” von Miraculum in Berlin sowie “Brandon Darkmoor” von The Room Berlin. Wer es besonders gruselig mag der sollte natürlich auch bei Horror Stories Wuppertal vorbei schauen und sich in den „Dark Forest“ begeben. Alle stehen für unterschiedliche Stärken, zeigen aber sehr gut, wie kreativ und hochwertig die deutsche Szene inzwischen geworden ist.
"Der Spielzeugmacher" hat uns ebenfalls völlig abgeholt! Welcher Raum hat dich am meisten geprägt/beeindruckt?
Das sind tatsächlich zwei verschiedene Antworten. Richtig weggelassen hatte mich wahrscheinlich “The Dome” von Mama Bazooka in den Niederlanden. Das war mein erster 10/10-Raum und der Moment, in dem ich gemerkt habe, welches Potenzial dieses Hobby eigentlich hat.
Wenn ich heute einen Raum nennen müsste, der mich am meisten beeindruckt hat, wäre es aber “Die Legende des herzlosen Piraten” von Dream Labs in Bad Steben. Der Raum verbindet eine unterhaltsame Geschichte mit fantastischer Kulisse, tollen Charakteren und einer Atmosphäre, die mich komplett abgeholt hat. Das war einer dieser seltenen Momente, in denen man vergisst, dass man eigentlich in einem Escape Room steht.
Was ist dir in einem Escape Room wichtiger: Atmosphäre & Immersion oder Raum- und Rätselqualität?
Atmosphäre und Immersion. Gute Rätsel sind wichtig, aber sie sollten die Geschichte unterstützen. Ich erinnere mich Jahre später selten an einzelne Rätsel. Ich erinnere mich an Momente, Emotionen, Charaktere und Szenen. Wenn ein Raum das schafft, hat er bei mir schon sehr viel richtig gemacht.
Womit kann dich ein Raum auf die Palme treiben?
Wenn Rätsel völlig losgelöst vom Thema wirken oder man einfach nur von Schloss zu Schloss geschickt wird. Noch schlimmer wird es, wenn die Geschichte behauptet, man sei ein Archäologe, Detektiv oder Pirat, man sich aber die ganze Zeit wie ein Teilnehmer eines Rätselhefts fühlt.
Das kann ich nachvollziehen. Davon gibt es leider auch einige. In welchen Raum würdest du deinen Erzfeind schicken?
Ganz ehrlich? Das ist schwieriger als gedacht. Selbst wenn ich mir einen besonders fiesen Raum aussuchen würde, hätte mein Erzfeind wahrscheinlich trotzdem jede Menge Spaß. Dafür sind gute Escape Rooms einfach zu unterhaltsam. Ich gönne jedem ein tolles Spielerlebnis, sogar meinem Erzfeind.
Wenn du einen Raum nach deinen eigenen Wünschen gestalten dürftest - wie würde dieser aussehen?
Ich würde ein klassisches Abenteuer im Stil von Indiana Jones und Die Goonies bauen. Keine Weltrettung, sondern eine Schatzsuche mit einer kleinen Gruppe von Freunden. Der Weg führt durch einen vergessenen Tempel, alte Katakomben und unterirdische Höhlen. Man trifft einzigartige Charaktere, klettert, entdeckt geheime Durchgänge, setzt uralte Mechanismen in Bewegung und hat immer das Gefühl, wirklich Neuland zu betreten.
Die Rätsel würden sich aus der Umgebung ergeben und niemals wie aufgesetzte Denkaufgaben wirken. Im Mittelpunkt stünden das gemeinsame Entdecken und das Gefühl, Teil eines großen Abenteuers zu sein. Und natürlich dürfte am Ende ein Moment nicht fehlen, bei dem sich plötzlich eine riesige verborgene Schatzkammer öffnet und man einfach nur staunend dasteht. Genau dieses kindliche Gefühl von Entdecken und Abenteuer ist für mich das, was Escape Rooms am besten können.
Du spielst auch gerne Escape-Games Brettspiele - Welche kannst du unseren Lesern empfehlen?
Bei den klassischen Reihen gehören die Unlock!-Spiele für mich weiterhin zur Spitze, weil sie immer wieder mit kreativen Mechaniken überraschen. Wer es etwas kniffliger mag, ist bei den Exit-Spielen von Kosmos bestens aufgehoben. Für Familien finde ich die Unlock! Kids-Reihe besonders gelungen.
Mein persönlicher Geheimtipp ist aber “The Light in the Mist”. Das Spiel erzählt seine Geschichte über ein wunderschön gestaltetes Tarot-Deck und verbindet außergewöhnlich kreative Rätsel mit einer emotionalen, erwachsenen Handlung. Es fühlt sich eher wie eine interaktive Geschichte als ein klassisches Escape-Spiel an. Voraussetzung ist allerdings, dass man mit englischen Begriffen keine Berührungsängste hat, da die Rätsellösungen trotz deutscher Ausgabe auf Englisch sind.
Wir sind begeisterte Metal-Fans, die auch das regionale Webzine www.Metal-Aschaffenburg.de betreiben. Welche Musik begeistert dich?
Mein Musikgeschmack ist tatsächlich etwas ambivalent. Auf der einen Seite höre ich unglaublich gerne Film- und Musical-Soundtracks. Hans Zimmer und John Williams gehören zu meinen Dauerbegleitern, weil ihre Musik genau wie ein guter Escape Room Geschichten erzählt und Emotionen transportiert.
Auf der anderen Seite darf es aber auch deutlich gitarrenlastiger werden. Rockbands wie Snow Patrol oder auch Linkin Park laufen bei mir immer wieder. Aber auch schnulzigen Musical-Melodien bin ich nicht abgeneigt.
Meine einzige kurze Metal-Phase liegt schon eine ganze Weile zurück. Anfang der 2000er habe ich als Jugendlicher Blind Guardian für mich entdeckt und die Alben “Imaginations from the Other Side” sowie später “A Night at the Opera” mit dem epischen “And Then There Was Silence” rauf und runter gehört. Das war zwar eher ein kurzer Abstecher in die Metal-Welt, aber diese Songs sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben.
Vielen Dank für deine Zeit! Wir sehen uns ganz bestimmt mal irgendwo!
Im Grunde ist „MySeven“ schnell erklärt: Es funktioniert wie das klassische Rummy – mit ein paar kleinen Änderungen.
Jeder Mitspielende sammelt Runde für Runde bestimmte Plättchen (in diesem Fall Tierplättchen) und legt gleiche davon nach und nach vor sich aus.
Der Kniff in „MySeven“: Gleichgroße Tierfamilien können mit Mitspielenden getauscht und dann vom eigenen Brett ergänzt werden. Gelingt es, sieben gleiche Tiere vor sich abzulegen, wird dies mit Bonuspunkten belohnt. Wer zuerst zwei Reihen mit je sieben Tieren auslegt, beendet das Spiel. Der Sieg geht dann jedoch an die Person mit den meisten Punkten.
„MySeven“ funktioniert mit seinem Tier-Thema und vereinfachten Regeln auch schon hervorragend mit jüngeren Kids, die sich mit diesem Legespiel an komplexere „Rummy“-Varianten heranführen lassen – das clevere kombinieren und Tauschen aber schneller beherrschen werden, als so manchen Erwachsenen recht ist…
Ein Memory-Spiel für Jüngere – in ungewöhnlicher Form
Ein böser Zauberer hat den „Turm der Tiere“ verflucht: Jetzt sind die dort lebenden Eulen, Igel oder Schildkröten ganz durcheinander geraten…
Die Mitspielenden nutzen einen magischen Spiegel, um den Tieren im Turm zu helfen. Sie müssen sich mit diesem die Positionen der Tiere merken, um passende Paare zu finden und damit Edelsteine zu sammeln. Mit entdeckten Treppen erschließen sich auch die oberen Etagen. Am Ende gewinnt, wer die meisten dieser wertvollen unterschiedlich wertvollen Steine gesammelt hat.
Der lila Turm aus runden Plastikteilen fasziniert Kinder sofort. – das geheimnisvolle suchen mit dem Spiegel tut sein übriges, um dem eigentlich sehr simplen Memory-Prinzip das gewisse Etwas hinzuzufügen. Sehr schön sind auch die liebevollen Illustrationen auf dicken Plättchen, die immer wieder neu auf dem Turm verteilt werden.
„Turm der Tiere“ ist eine gelungene Adaptation der Memory-Idee und in dieser Form schon für Kids ab 5 Jahren empfehlenswert.
Das größte Manko des Spielt ist der Spiegel – der als Silberfolie „nur“ gedruckt ist und sich dementsprechend schnell abnutzt.
Kurz vor Weihnachten noch ein schnelles, einfaches Kinderspiel zum mitbringen oder verschenken gesucht? Dann ist "Greif zu!" möglicherweise eine gute Idee!
In diesem süßen Kinderspiel werden 24 Plättchen mit verschiedenen Motiven auf dem Tisch verteilt. Wer an der Reihe ist würfelt alle vier Holzwürfel. Alle Motive, die dann auf den Würfeln zu sehen sind, müssen dann so schnell wie möglich gegriffen werden. Außer einer der Würfel zeigt das Feuer. Dann darf nichts berührt werden!
In "Greif zu!" sind ein gutes Auge und schnelle Reaktion gefragt. Eine Kombination, die in Kinderspielen immer gut funktioniert und ankommt. Das gute Spielmaterial (bedruckte Holzwürfel) und die kinderfreundliche, knappe Spieldauer haben sich eine Empfehlung für junge Spielefans bis zu ca. 8 Jahren verdient.
Ein spannendes und abenteuerliches, kooperatives Legacy-Spiel für Kinder und Familien
Ein warmer Wind trägt den Duft von Sand und altem Stein. Vor uns erhebt sich der Ziggurat – eine gewaltige Stufenpyramide, die in der Abendsonne glüht. Sie ist seit Jahrhunderten verlassen – doch zuletzt sind dort flammende Lichter zu sehen. Etwas regt sich im Schatten der Ziggurat...
Die Mitspielenden schlüpfen ganz im Stil eines Pen & Paper-Abenteuers in die Rolle einer/-s mutigen Heldin/-en, um das Geheimnis der Ziggurat zu lüften. In sechs Kapiteln wird nicht nur die Geschichte Stück für Stück fortgeführt, sondern auch das Regelwerk sowie die Fähigkeiten der tapferen AbenteurerInnen. „Ziggurat“ ist also ein klassiches Legacy-Spiel – was beim Schöpfer-Duo Matt Leacock und Rob Daviau (die beiden haben Pandemie erfunden) nicht verwunderlich ist. Doch Ziggurat richtet sich ganz klar an Kinder und Familien. Der Schwierigkeitsgrad bleibt durchgehend in einem moderatem Bereich und der Fokus auf der Story, den coolen Fortschritten (die allesamt mit Stickern eingeklebt werden) und dem gemeinsamen Spielerlebnis. Aktionen müssen koordiniert, Ressourcen geteilt und Gefahren clever umgangen werden. Jüngere MitspielerInnen (ab 8 Jahre) können leicht mitmachen, ohne überfordert zu werden.
Einziger Wermutstropfen: Nach Abschluss der Kampagne sinkt der Wiederspielreiz natürlich extrem. Doch für Familien, die ein gemeinsames Abenteuer suchen, ist „Ziggurat“ ein Volltreffer – kooperativ, charmant und mit genau dem richtigen Hauch Magie.
Im Juni 2025 wurde „Ziggurat“ deswegen auch völlig verdient im Rahmen des Österreichischen Spielepreises als „Spiele-Hit Familie“ prämiert.
Ein magisches Escape-Game für Fans der Magier und Escape-Einsteiger
Wir wurden Backstage im House Of Magic der Ehrlich Brothers eingeschlossen. Der einzige Ausweg ist deren magische Treppe...
Das Spiel ist in sechs Kapitel unterteilt, in denen jeweils vier Rätsel gelöst werden müssen. Nach einer kurzen Einführung – inklusive eines kleinen Videos der Magier selbst – beginnt das Abenteuer. Für jedes gelöste Rätsel darf sich die Spielfigur auf der Treppe bewegen. Anschließend werden bestimmte Stufen „verbrannt“ (entfernt), sodass sich der Weg stetig verändert. Ziel ist es, nach allen vier Rätseln eines Kapitels auf der letzten verbliebenen Stufe zu stehen – eine charmante Idee, die Spannung und spielerischen Nervenkitzel kombiniert. Die Rätsel selbst sind abwechslungsreich gestaltet: Eine Mischung aus optischen Täuschungen, Logikaufgaben und magischen Denkspielen sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Allerdings richtet sich der Schwierigkeitsgrad eher an Einsteiger oder Familien – erfahrene Escape-Game-Spieler werden hier nicht mal ansatzwesie ins Schwitzen geraten.
Der große Karton mit dem imposanten Treppenaufbau sorgt zunächst für beeindruckte Gesichter, doch genau betrachtet besteht „Escape The House Of Magic“ nur aus „nur“ 24 Rätseln. Dennoch passt dieser inszenatorische Effekt wunderbar zum Stil der Ehrlich Brothers: viel Show, eine Prise Magie und ein Hauch Illusion. Unterm Strich ist Escape The House Of Magic kein besonders forderndes Rätselspiel, sondern ein charmant gestaltetes Familien-Event mit Unterhaltungswert. Für Fans der Ehrlich Brothers ist es ein nett gemachtes Sammlerstück, und auch als Spiel für den weihnachtlichen Familientisch geht „Escape The House Of Magic“ in Ordnung.
Die knusprig-süße Neu-Umsetzung des beliebten All-Time-Klassikers als Roll & Write
Wer kennt es nicht? Käsekästchen! „Keksekästchen“ ist eine moderne Umsetzung des beliebten Klassikers als Roll & Write.
Alle Mitspielenden starten mit einem Stift und einem Tableau, auf dem Zahlenchips von 2 bis 12 verteilt sind. Dann spielen alle gleichzeitig. Es wird gewürfelt. Anschließend darf am passenden Chip einen (oder mehrere) Strich machen und falls gewünscht auch einen Chip an eine andere Stelle legen. So füllen sich Würfelwurf für Würfelwurf die Linien um die niedlichen Keks-Varianten. Hat man einen davon umrahmt, darf man ihn ankreuzen. Für mehrere Kekse der gleichen Sorte kann man einen seiner Chips „ausgeben“, um dafür Punkte zu erhalten. Wer eine bestimmte Punkteschwelle erreicht hat, gewinnt das Spiel.
„Keksekästchen“ ist einfach zu lernen und schnell zu spielen. Die zwei Schwierigkeitsgrade sorgen für zusätzlich Abwechslung. Was etwas stört, ist die Unübersichtlichkeit, die durch die vielen Chips, Linien, Kreuze und unterschiedlichen Keksbilder entsteht. Gerade jüngere Mitspielende verlieren hier schnell den Überblick – und damit die Lust am Spiel. Für unterwegs ist „Keksekästchen“ etwas zu groß (und verrutscht zu schhnell) – aber für eine kleine Partie zwischen Kaffee und Kuchen ist das Spiel allemal gut!
Ein Legespiel, in dem Augenmaß, Taktik und Mut zum zuckersüßen Erfolg führen! Kinderspiel des Jahres 2025!
Im großen Backwettbewerb überbieten sich die teilnehmenden Zuckerbäcker:innen mit ihren süßen Kreationen gegenseitig. Eine Torte leckerer als die nächste! Wer hat am Ende wohl die köstlichste Gaumenfreude gebacken?
Runde für Runde bauen die Mitspielenden eine (von zwei möglichen) neue Tortenschicht auf die vorherige. Wenn bei der folgenden Kontrolle (vorher probieren geht nicht!) die verschiedenen Füllungen übereinander passen, bekommt man dafür wertvolle Zuckersteine, die in Gläsern gesammelt dann in noch wertvollere Punktechips getauscht werden. Wer toppt mit seiner Torte am Ende alle anderen?
Um erfolgreich die leckerste Torte zu backen, benötigt es das richtige Rezept aus Augenmaß und Taktik, mit einer Prise Mut und Risikobereitschaft – ein bisschen wie man es auch von Wolfgang Warschs anderen Spielen „Die Quacksalber von Quedlinburg“ oder jüngst „Große kleine Edelsteine“ kennt.
„Topp die Torte“ spielt sich kinderleicht – besitzt aber genug Kniff und Spannung, um auch auf Dauer zu begeistern. Es hat sich den Titel „Kinderspiel des Jahres 2025“ also wirklich verdient!
Die Entenküken veranstalten ein Wettrennen rund um den Teich und versuchen dabei den Pupsen von Papa Ente auszuweichen.
Jeder Mitspielende übernimmt drei Küken. Wer zuerst alle davon ins Ziel gebracht hat, gewinnt das Rennen. Wer an der Reihe ist, würfelt, darf ein beliebiges Küken bewegen, dreht anschließend Papa Ente und lässt ihn fest pupsen. Auf Steinfeldern sind die Entenküken sicher, wer jedoch auf einem Matsch-Feld hinter Papa Ente steht, wird von dessen Darmwinden weggefegt und muss von vorn beginnen. Das war es auch schon.
Klar, die "Pups Parade" lebt vom Wow-Effekt der großen Papa-Ente-Quietschfigur in der Mitte. Das Spielprinzip sonst ist völlig nebensächlich. Junge Kids bis 4 oder 5 Jahre werden hier ihren Spaß haben - für etwas ältere Spielbegeisterte gibt es jedoch wesentlich gehaltvollere Kinderspiele.
"Pfad der Elemente" ist in zwei Spielhälften aufgeteilt. In Hälfte Eins gilt es für jeden Mitspielenden 12 Hexfelder (mit je einem von vier Elementen) möglichst punktebringend aneinander zu legen. Vier davon sind festgelegt, die restlichen acht werden reihum gedraftet.
Hat jeder Mitspielende seine Felder platziert geht es in die zweite Hälfte des Spiels. In der Spielmitte liegen verdeckte Elementargeist-Plättchen. Wer an der Reihe ist, deckt zwei davon auf. Sind beide gleich, darf man eines davon auf einem eigenen Feld platzieren (am besten das passende, dann gibt es Punkte) und das andere bei dem Mitspielenden mit den bisher wenigsten Geistern (am besten auf ein unpassendes Feld). Zudem wird je nach aufgedecktem Pärchen ein Effekt ausgelöst. Durch "Gaben", die im Besitz jedes Mitspielenden sind, können eigene und fremde Geister dann noch bewegt oder "gesichert" werden. Sind alle Geisterplättchen aufgedeckt, werden Hexfelder und Plättchen gewertet. Wer am meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
"Pfad der Elemente" sieht cool aus. Die reduzierte Optik fällt auf und hebt sich ab – spielerisch konnte uns das Game jedoch nicht abholen. Die zwei Spielhälften wollen nicht richtig ineinander greifen und die als innovativ beworbene Spielmechanik ist letztendlich nicht mehr als ein Memory-Spiel mit Karteneffekten und trotz mehreren Spielvarianten fehlt uns schon nach wenigen Partien der Wiederspielanreiz. Schade irgendwie. Ich hätte es gerne mehr gemocht...