Manitoba

Als Clan eines Ureinwohnerstammes der Cree versucht man im relativ simplen Workerplacement die meisten Siegpunkte zu erlangen und den Clan an die Spitze des Stammes zu bringen.
Die Winter sind hart in Kanada. So versuchen die indigenen Stämme möglichst viele Ressourcen im Laufe des Jahres zu sammeln, um zu überleben und damit möglichst viele Siegpunkte zu erlangen. Dafür können im Prinzip, klassisch für workerplacement, Arbeitende platziert werden, um Rohstoffe zu sammeln oder Boni freizuschalten. Insgesamt fünf verschiedene Optionen sind im Vergleich zu anderen Spielen relativ wenige und auch die Möglichkeiten sind nicht sonderlich neu. Zwei Mechanismen sind jedoch hervorzuheben. In Wertungsrunden werden zufällig bestimmte Rohstoffe ausgezählt und entsprechend Siegpunkte vergeben. Je mehr, desto besser. Allerdings werden danach alle zugehörigen Rohstoffe abgelegt, sodass es durchaus sinnvoll sein kann diese nicht zu werten, um später mit etwas Glück noch mehr Siegpunkte zu kassieren. Dies muss zuvor aber durch entsprechende Aktionen vorbereitet sein. Außerdem werden die Aktionen selbst über einen Totempfahl bestimmt, der aus Segmenten besteht, die jeweils für eine Art an Aktionen steht. Dieser wird von der aktiven SpielerIn genommen, die entsprechende Aktionsfarbe ausgewählt und von dieser aus umgedreht, sodass sich die Reihenfolge der möglichen Aktionen jede Runde ändert. Nach dem Ausführen zweier Aktionen der aktiven SpielerIn dürfen alle anderen eine passive Aktion aus dem umgedrehten Totempfahl auswählen und durchführen. So entsteht eine kleine taktische Möglichkeit Einfluss auf die Aktionen der anderen SpielerInnen zu nehmen.

Die Atmosphäre eines Macht- und Überlebenskampfes kommt aber leider nicht gut rüber, da Interaktion zwischen den Spielenden sehr begrenzt ist und auch keine wirklichen Ziele oder Ähnliches erfüllt werden müssen. Lediglich die Wertungsrunden sorgen für Konkurrenzgefühle. Damit ist Manitoba eher ein Einstiegsspiel in die komplexe Welt der workerplacement Spiele. Denn auch trotz der relativ einfachen Spielmechanismen können hier in ein paar Runden neue Kniffe entdeckt werden, um sich Vorteile gegenüber den Anderen zu verschaffen. Für abgezockte VielspielerInnen wird Manitoba jedoch wohl schnell unterfordernd. Da nützt das relativ frische Setting der Ureinwohner Kanadas auch nicht mehr zu viel.

Der Aufreger zum Schluss: Wie kann man als professionelle Übersetzungsfirma und als Verlag heutzutage indigene Ureinwohner in der Anleitung noch als Indianer bezeichnen? Auch die Thematik hätte vielleicht besser aufgearbeitet werden können. Eine zeitliche Einordnung würde helfen und evtl. die Stämme nicht nur auf Nahrung sammeln und Talismane bauen reduzieren. So wird leider wie immer doch nur ein Klischee abgebildet.

Plus

  • Schönes Spielmaterial
  • Simpel
  • Einige unerwartete Kniffe

Minus

  • Politisch fragwürdig
  • Simpel

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Ahorn-Whisky-Likör

Pothead – Indian Song

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 7.5 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 5.5 von 10.

Bewertung: 6.5 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

DLP

2-4

60-75 Minuten

ab 12

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