Mystery House





Im gut gefüllten, aber längst noch nicht übersättigten Escape-Game-Bereich sind kreative Herangehensweisen gefragter denn je.
Wie auch das zuletzt von uns getestete „Break In“ kann auch „Mystery House“ mitz einer guten Idee begeistern (die 2020 mit dem Toy Award ausgezeichnet wurde). So werden in der Spieleschachtel des Basis-Spiels eine ganze Menge kleiner Tafeln mittels Koordinaten mehrschichtig angeordnet, so dass diese von außen mehr oder weniger Einblicke zulassen.
Mit Hilfe der dazugehörigen App und den Blicken der Spieler:innen wird das aufgebaute Szenario dann dreidimensional nach Hinweisen, Rätseln und Indizien untersucht.
Die Stimmung und Atmosphäre kommen jederzeit hervorragend rüber - auch wenn es bei mehr als vier Spielern schon ziemlich eng rund um die Schachtel wird.
Falls es mal stockt, liefert die App in der Regel nützliche Informationen.
Auch wenn wir bei unserem Erstspiel mehrfach unabsichtlich die logische Reihenfolge der Rätsel übersprungen haben und dadurch in kleine „Sackgassen“ geraten sind, die den Spielfluss etwas unterbrochen haben, macht das „Mystery House“ wirklich Spaß!
In der Grundbox sind zwei Geschichten („Familienportrait“ und „Der Herr des Labyrinths“) enthalten. Dazu gibt es bereits zwei Erweiterungen („Zurück nach Tombstone“, „Das verlassene Raumschiff“ – beide werden wir noch für euch testen!). Für genug Spielstoff ist also gesorgt...

Plus

  • Keine zerstörten Spielmaterialien
  • Gut erweiterbar!

Minus

  • Gute Lichtverhältnisse (und/oder Taschenlanpen) nötig!

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Je nach Szenario… Aber Gin Tonic geht immer!

King Diamond passt sehr gut

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7.5 von 10.

Verlag

SeuchenbekämpferInnen

Spieldauer

Alter

Schmidt Spiele

1-4

60 Minuten

ab 10

Pandemic Legacy Season 2

Für eingespielte Brettspiel-Gruppen ein Muss und definitiv ein Erlebnis, das viele Stunden Spielzeit wert ist!
Viraler Hit!

Zu diesem Spiel kann man eigentlich nicht viel sagen, denn es lebt unter anderem davon, dass man nicht weiß was passieren wird.
70 Jahre nach dem Beginn einer Pandemie seid ihr gemeinsam auf der Suche nach dem Heilmittel, um die Menschheit zu retten. Wenn sie denn überhaupt noch zu retten ist… wer weiß das schon. Dem nahenden Ende wollt ihr aber nicht tatenlos zusehen. Doch wie konnte es nur so weit kommen? Wen das interessiert, der sollte sich die Spiele „Pandemic“ und „Pandemic Legacy Season 1“ zu Gemüte führen. Um „Pandemic Legacy Season 2“ spielen und erleben zu können ist das aber nicht vonnöten. Doch genau das macht dieses Spiel aus, es wird nicht nur gespielt, sondern erlebt. Zu Beginn könnt ihr euch einem Rollenspiel ähnlich eure persönlichen Charaktere und deren Fähigkeiten zusammenstellen und diese im Verlauf des Spiels weiterentwickeln. Doch seid auf der Hut, der Tod folgt euch auf eurer Reise! Und er ist permanent, denn wie bei Legacy Spielen üblich, verändert sich das Spiel mit jeder Partie und alles was ihr tut wirkt sich auf die weiteren Partien aus. Dabei erstreckt sich das Spiel über ein Jahr, wobei jeder Monat maximal zweimal gespielt werden kann, das führt dazu, dass das Spiel 12-24 Partien für euch bereithält, je nachdem wie gut ihr euch schlagt. Danach ist das Spiel aber dann durchgespielt und ist auch nicht wiederverwendbar.
Viel mehr möchte ich auch gar nicht dazu sagen, denn zu viele Informationen im Voraus können den Spielspaß schmälern. Kurz gesagt: ein kooperatives Legacy-Spiel für Fortgeschrittene und Experten, das gut durchdacht und hervorragend abgestimmt ist.


Plus

  • Fesselndes Erlebnis
  • Hohe Spannung
  • Überraschende Ereignisse

Minus

  • Kann „durchgespielt“ werden

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Aperol Spritz

Band: Ill Niño

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 10 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Verlag

SeuchenbekämpferInnen

Spieldauer

Alter

Z-MAN Games

2-4

60 Minuten

ab 14

Flügelschlag

Dieses Spiel ist etwas für jeden. Einsteiger werden an hier ihren Spaß haben, genauso wie Fortgeschrittene. Für Experten macht das hervorragende Design die fehlende taktische Tiefe wieder wett. Ein Muss für jeden Spieleschrank!
Hoch Hinaus

Ihr seid VogelliebhaberInnen oder Hobby-OrnithologInnen? Falls ja: hört auf zu lesen und besorgt euch dieses Spiel. Für alle anderen möchte ich gerne erläutern, weshalb dieses Spiel auch bei bisherigem Desinteresse an Vögeln eine lohnende Anschaffung ist.
Ihr schlüpft in die Rolle von Ornithologen und versucht Vögel in den Lebensräumen Wald, Wiese und Wasser auf eigenen Spielbrettern für alle SpielerInnen anzulocken. Dafür benötigt ihr das richtige Futter für die gewünschten Vögel und je nach Spielverlauf auch die passende Anzahl an Eiern. Das Spiel bietet 170 Vögel, die alle nur einmal im Spiel vorkommen (Das Spiel wurde in Nordamerika entwickelt, weshalb es nur Vögel beinhaltet, die auch in Nordamerika leben. Es gibt jedoch bereits eine Europa- und eine Ozeanien-Erweiterung). Keiner dieser Vögel hat die exakt gleichen Eigenschaften, sondern unterscheidet sich von den anderen in der Anzahl der Siegpunkte, der Futterkosten, der Anzahl der Ei-Lagerplätze, dem nutzbaren Lebensraum, der Nest-Art, der Flügelspannweite oder der besonderen Fähigkeit. Und ja, jede dieser Eigenschaften hat einen Einfluss auf das Spiel, was schon die Vielfältigkeit von diesem zeigt. Zusätzlich finden sich auf jeder Karte auch noch ein sehr schön gemaltes Bild des Vogels sowie ein „fun-fact“ zu diesem. Gespielt wird das Spiel über vier Runden, in denen ihr jeweils alle eure Aktionssteine nutzt. Dabei kann man seine Aktionssteine auf vier Arten nutzen: Man Spielt einen Vogel in einen der Lebensräume oder aktiviert einen der drei Lebensräume, die je nach gewähltem Lebensraum Futter, Eier oder Karten bringen. Wieviel davon oder welche Bonus-Aktionen dabei ausgelöst werden hängt dabei von den Vögeln ab, die ihr bereits in diesen Lebensraum gespielt habt. Besonders das Erhalten von Futter wurde auf eine liebevolle Art gelöst. Es gibt fünf Futterwürfel, die durch das Vogelhäuschen gewürfelt werden (siehe Bilder). Dieses fungiert dabei als Würfelturm, der die Würfel dann im Futtertrog auffängt. Aus diesen kann man sich dann sein Futter auswählen, während aber nur neu gewürfelt wird, wenn nur noch ein Futtertyp vorhanden ist. Auch das Erhalten der Vogelkarten wurde durch das Design sowohl optisch ansprechend als auch äußert praktisch gelöst. Die Box, in der die Karten in der Verpackung aufbewahrt werden, ist gleichzeitig die „Vogeltränke“, an der immer drei offenliegende Vögel zur Auswahl stehen. Gewonnen hat das Spiel, wer nach den vier Runden die meisten Siegpunkte hat. Dabei sind die Siegpunkte, die jeder Vogel einbringt, nur eine von sechs Arten Siegpunkte zu generieren. Zusätzlich gibt es noch Bonuskarten für alle Spieler, die durchaus die Spielweise beeinflussen können. Dann gibt es noch die von Spiel zu Spiel wechselnden Rundenziele, die für alle Spieler gleich sind. Diese können als individuelle Ziele oder als kompetitive Ziele mit einer Rangfolge gespielt werde. Diese Ziele sind eine der leider rar gesäten Möglichkeiten zur Interaktion zwischen SpielerInnen. Die weiteren Möglichkeiten für Siegpunkte werdet ihr herausfinden, wenn ihr die vielseitigen, in drei Kategorien unterteilten, Fähigkeiten der Vögel erkundet. Die üppige Ausstattung des Spiels möchte ich hier auch noch lobend erwähnen. Diese ist nicht nur schön und mit viel Liebe gestaltet, sondern ist auch in Hinblick auf die Funktionalität gut durchdacht, bis hin zu einem „Einräumvorschlag“ auf der Seite der Schachtel, der helfen soll, alle Materialien platzsparend in die Box zu bugsieren. Der 1-2-Stündige Spielspaß kann nicht nur mit Freunden erlebt werden. Das Spiel enthält auch eine eigens angepasste Automa-Version, falls gerade niemand zum Mitspielen zur Verfügung steht. Man spielt in diesem Spiel zwar gegeneinander, trotzdem herrscht beim Spielen eine freundliche Atmosphäre, die vielleicht nicht zuletzt durch das freundliche Design hervorgerufen wird. Wer aber auf mehr Interaktion zwischen den KontrahentInnen gehofft hat, der ist mit den beiden bereits erwähnten Erweiterungen gut beraten. Diese erhöhen die Interaktionen durch neue Vögel und neue Fähigkeiten-Arten. Besonders die Ozeanien-Erweiterung verändert die Spielmechanik sogar etwas, indem eine neue Futter-Art eingeführt wird, die noch mehr auf Lager hat als einfach „nur“ Futter zu sein.
Alles in allem ist Flügelschlag ein wunderschönes Spiel, das es auch schaffen kann bei dem ein oder anderen das Interesse an der Natur und deren Vielfalt zu wecken oder zu steigern. Es ist sehr vielseitig und bringt ein Design von höchstem Niveau mit. Den Kritikerpreis zum Kennerspiel der Jahres 2019 hat es auch völlig zu Recht bekommen. Es ist nicht nur für Brettspiel-EinsteigerInnen geeignet, sondern auch für Spiele-LiebhaberInnen eine Bereicherung der Sammlung, auch wenn Strategie-FanatikerInnen nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen.
lern. Kurz gesagt: ein kooperatives Legacy-Spiel für Fortgeschrittene und Experten, das gut durchdacht und hervorragend abgestimmt ist.


Plus

  • Hervorragendes Design
  • Vielseitige Spielmechanik
  • Hohe Varianz zwischen den Partien

Minus

  • Wenig Interaktion zwischen den Spielern (kann durch Erweiterungen erhöht werden)
  • Vogelarten auf Nordamerika ausgelegt (kann ebenfalls durch Erweiterungen verbessert werden)

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Kaltes klares Wasser

Band: Faun

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 10 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Verlag

OrnithologInnen

Spieldauer

Alter

Feuerland

1-5

40-70 Minuten

ab 10

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