Brass: Birmingham

Knallhartes taktisches Spiel in extrem gut ausgearbeitetem und unverbrauchtem Setting.
Wir begeben uns in eine Zeit der Kohle und des glühenden Stahls, des Smogs und der lauten Hammerschläge. England versinkt in schwarzen Rauchwolken, Dampfschiffe und Züge donnern durchs Land. In Birmingham sprießen neue Industrieanlagen aus dem Boden, kontrolliert von einzelnen Magnaten. 
Letztere werden von uns gespielt. Dabei wird versucht möglichst sinnvoll neue Anlagen und ein Netzwerk an Infrastruktur aufzubauen damit der Markt mit Waren beliefert werden kann, um maximalen Profit und Siegpunkte herauszuholen. Dafür hat man zwei Zeitalter zur Verfügung: Die Kanal- und die Eisenbahnepoche.
Doch wie geht das Ganze? Mit Handkarten werden Rundenweise je zwei Aktionen durchgeführt, wie Industrie bauen, Technologie weiterentwickeln oder Kanäle/Eisenbahnen bauen. Dafür werden dann Ressourcen und Geld benötigt. Erstere können sogar auch von Mitspielenden bezogen werden, doch Vorsicht, das kann ihnen auch Vorteile verschaffen. Außerdem kann auch das Kanal- bzw. Eisenbahnnetzwerk von allen genutzt werden. So kann es schnell vorkommen, dass unerwartete Interaktionen zwischen den Magnaten geschehen und Pläne sobald sie geschmiedet sind, direkt wieder durchkreuzt werden. So kommt das Gefühl der Rivalität sehr gut auf und der Konkurrenzkampf treibt einen dazu möglichst der oder die Erste zu sein, was einem allerdings auch ganz schnell das Genick brechen kann. Auch welche Karten gezogen werden, kann großen Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Plant man zu weit in die Zukunft und zieht falsche Aktionen, wird man bestraft. So ist es sicherlich weise ein grobes Ziel zu verfolgen, sich aber den äußeren Gegebenheiten möglichst flexibel anzupassen, um voran zu kommen. Schafft man es dennoch einen Markt vor allen anderen zu erschließen, kann man seine Waren verkaufen, erhält Rundeneinkommen und für später Siegpunkte. Letztere werden nach jeder Epoche gewertet, aber hier kommt ein Clou: Nach der Kanalepoche wird nahezu die komplette Infrastruktur vom Spielplan entfernt, denn danach können nur noch Eisenbahnen gebaut werden und diese sind extrem Ressourcenintensiv. So muss in der ersten Epoche nicht nur ein Auge auf viel Einkommen und Siegpunkte gerichtet, sondern auch für die Eisenbahnepoche vorgesorgt werden. 
Einziger Kritikpunkt ist wohl der langwierige Aufbau, weil jeder SpielerInnen Plan einzeln mit gefühlt hunderten Plättchen belegt werden muss. Ein sauberes Inlay hätte hier gut getan. Auch, dass der Stahl die Farbe Orange hat, ist nicht sonderlich intuitiv. Das ist aber Beschweren auf hohem Niveau.
Brass: Birmingham ist ein gnadenloses Strategiespiel für ExpertInnen. Die Interaktion ist zwar gefühlt indirekt, hat aber enormen Einfluss auf das eigene Spiel. Das ständige Umdenken und Anpassen der Taktik ist extrem fordernd, aber eben genau deshalb unfassbar reizvoll. Jeder und Jede, die sich wagt durch den Dreck und Smog der Industriellen Revolution zu wühlen, wird in Brass: Birmingham eine Oase des Spielspaßes finden.

Plus

  • Tolles Design
  • Gute Ausstattung
  • Strategisch fordernd
  • Ungewöhnliches Thema

Minus

  • Fummeliger Aufbau

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Cocktail: Stahl und Eisen

Band: Judas Priest

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9.5 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Giant Roc / B-Rex-Entertainment / Roxley Games

2-4

60-120 Minuten

ab 14

„Escape Room – Das Spiel. Puzzle Abenteuer: The Baron, The Witch & The Thief“

Der zweite Teil der „Escape Room – Das Spiel“ Puzzle Abenteuer
Unsere Tochter wurde zu Unrecht der Hexerei angeklagt und vom Bösen Baron in dessen Burg eingesperrt. Es bleibt nur eine Nacht, um sie vor dem Scheiterhaufen zu retten…


Der größte Kritikpunkt am Vorgänger „Secret Of The Scientist“ war dessen übers Knie gebrochene, konstruierte Story.
„The Baron, The Witch & The Thief“ funktioniert in dieser Hinsicht um ein Vielfaches besser!
Die Geschichte ist schlüssig, knackig aber glaubhaft erzählt und perfekt mit den Rätseln rund um die Burg des Barons verwoben. So geht das!

Da kann man auch verschmerzen, dass die Qualität des Spielmaterials nach wie vor etwas dürftig ist. Viele Puzzle-Teile sind frisch ausgepackt schon verbogen, geknickt oder beschädigt. Im Wesentlichen macht „The Baron, The Witch & The Thief“ nämlich alles richtig (und besser als beim Vorgänger): Die Puzzles sind richtig gut (und trotz der vermeintlich geringen Teileanzahl echt knifflig) und die Rätsel perfekt für einen mittleren Schwierigkeitsgrad ausbalanciert.

Dazu hat „The Baron, The Witch & The Thief“ mit einem Preis von ca. 19,- € ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und bekommt dafür diesmal von uns eine klare Kaufempfehlung für alle Escape-Game-Fans und die, die es noch werden wollen!

Plus

  • Gut ausgewählte/ausgewogene Rätsel
  • Gute Kombination aus Puzzle und Rätsel

Minus

  • Qualität des Spielmaterials nicht optimal

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Einen Krug Met

In Extremo – „Mein rasend Herz“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 5.5 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7.5 von 10.

Bewertung: 7.5 von 10.

Verlag

RätselfüchsInnen

Spieldauer

Alter

Noris Spiele

1 – X

120 Minuten

ab 14

Neustart – Die Blackout Simulation

Neustart. Dieser wird sehnlichst von den Spielenden erwartet. Denn die Kleinstadt hat keinen Strom mehr, Chaos entsteht und die Einsatzteams arbeiten am Limit. Wird alles zusammenbrechen, oder schafft es der Krisenstab alles soweit es geht stabil zu halten?
Startpunkt ist ein totaler Stromausfall in einer Kleinstadt und die Stromversorgung fällt mindestens mehrere Tage aus. Sofort ist klar, dass eine Lebensmittelversorgung schwierig wird, Rohstoffe werden zu schnell verbraucht, Unruhen können entstehen. Also muss ein Krisenstab eingerichtet werden, der schnell jeden Tag Einsatzteams koordiniert: 
Einzelne Tage sind in zwei Phasen unterteilt, Tag und Nacht, wo durch Ereigniskarten bestimmt wird was alles passiert. So kann es sein, dass die Opposition politisch gegen die Regierung schießt und Unruhen verursacht, ein Hebewerk ausfällt und das Trinkwasser verschmutzt wird oder dass sich plötzlich ein Brand an einer Tankstelle besorgniserregend schnell ausbreitet. Das alles mag im ersten Moment durch das Kartenziehen etwas zufällig wirken, wäre aber im echten Leben wohl kaum anders, denn in einer Krise passieren nun einmal genau solche Dinge und diese entstandenen Probleme gilt es zu lösen.
Das machen die Spielenden kooperativ, indem sie fünf verschiedene Einsatzteams koordinieren: Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Bauhof und Verwaltung. Jedes Team hat seine eigenen Stärken. So kann die Feuerwehr logischerweise kosteneffizient und gut Brände löschen und die Verwaltung kann die Bevölkerung schnell informieren und dadurch zum Beispiel Trinkwasservergiftungen vermeiden. Weiterhin gibt es Möglichkeiten hilfsbereite BürgerInnen mit einzubeziehen und sie Nahrungsmittel transportieren zu lassen. Dafür muss jedoch ein Netzwerk an Selbsthilfebasen eingerichtet werden, wobei der Bauhof gut helfen kann. Kommt es zu Verletzten sollte der Rettungsdienst schnell vor Ort sein und bei Unruhen die Polizei.
Das alles kostet jedoch Aktionspunkte und man hat auch Anfangs nur je drei Einsatzfahrzeuge, ist also hier auch begrenzt. Wenn man Aktionspunkte wieder aufladen möchte, kann sich das Team für eine Phase ausruhen und bekommt durch einen Würfelwurf wieder Energie hinzu. Soweit so gut, denkt ihr euch. Das alles kennt man aus anderen Kooperativspielen: Mit begrenzten Aktionspunkten Aufgaben lösen. Hier kommt jedoch Neustart mit seiner Stärke: Zeitdruck. Denn um die Realität noch besser abzubilden, nämlich dass Einsatzteams schnellstmöglich die besten Entscheidungen treffen müssen, haben die Spielenden für jede Phase (Tag und Nacht) nur sieben Minuten Zeit. Dadurch wird man sofort ins Geschehen gezogen und es kommt ein starkes Spielgefühl, gerade in den hinteren Tagen, auf. Sätze wie „WAS haben die gemacht?!“ „Sch****, und wer soll das löschen? Die Feuerwehr ruht sich aus und die Polizei muss noch den Aufstand im Osten beschwichtigen“, „Die Nahrung wird knapp, Leute“, „Wir brauchen Hilfe!“ – „Wir sind doch die Hilfe?!“ und ab dann macht es richtig Laune.
Allerdings braucht man bis dahin etwas Zeit. Man muss die Abläufe und Spielmechaniken verstehen, dass man souverän handeln kann. Da das Spiel auch zu moderierten Schulungszwecken eingesetzt werden kann, ist das sicherlich nochmal besser. 
Ein weiterer diskutierbarer Punkt ist das häufige Würfeln. Dadurch werden oft massive Dinge bestimmt, z. B. ob Menschen sterben, wie viele Aktionspunkte man zurückbekommt und vor allem, ob das Spiel beendet wird oder nicht. Denn in den letzten Tagen der Woche wird gewürfelt, ob die Stromversorgung wieder hergestellt ist und damit, ob das Spiel beendet ist. Hier wäre sicherlich besser, wenn man die Würfel durch taktische Entscheidungen oder Ähnliches etwas beeinflussen könnte, um den Zufall zumindest etwas nach Hinten zu nehmen. Auch, wenn dieser Zufall natürlich durchaus die Realität widerspiegelt.
Das Design hat auch noch reichlich Luft nach oben und wirkt eher so als hätte man es aus den 80ern aus einer Kiste gezogen, da hier keine stilistisch festgelegte Farbpallette benutzt wird. Mit den optionalen zusätzlichen Miniaturen ist die Präsenz auf dem Tisch jedoch wirklich stark.
Wenn man sich also die Zeit nimmt das Spiel gut vorzubereiten und zu erklären ist Neustart sicherlich nicht nur ein Event für Schulungen für Krisenstäbe, sondern durchaus ein Kennerspiel für Gruppen, die gerne kooperativ auch mal unter Druck Aufgaben lösen. Wenn am Ende die Stromversorgung wieder steht und nicht zu viele Aufstände in der Stadt zu finden sind, wird kollektiv durchgeatmet, sich gefreut und das ist wirklich ein cooles Gefühl!

Neustart ist von Spieltrieb GbR in Zusammenarbeit mit Herbert Saurugg von der Entstanden gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge entstanden.

Plus

  • Gutes Spielgefühl
  • Zeitdruck
  • Authentisch
  • Modularer Spielaufbau

Minus

  • Glücksanteil kann deprimieren
  • Design nicht ansprechend (durch Miniaturen deutlich besser)

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Wasser! Ihr müsst schließlich einen klaren Kopf bewahren

Kreator – Hordes of Chaos

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 6 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Spieltrieb GbR

1-15 (oder mehrere Spielgruppen)

90-180 Minuten

ab 12

„MyCityHunt“ Outdoor Escape Game

Escape Game geht auch draußen!
Es gibt Hinweise darauf, dass eine kriminelle Gruppierung in Aschaffenburg Fuß gefasst hat. Als Mitglieder einer Spezialeinheit erhalten wir den Auftrag, die Gruppierung zu stoppen… doch schnell wird klar, dass die Bedrohung, die von diesen Kriminellen ausgeht, noch viel größer ist als gedacht. Nicht nur Aschaffenburg, sondern die ganze Welt ist in Gefahr!


Bevor es auf Spurensuche geht, gilt es, neben der Teamleitung, noch alle anderen Rollen auf die Mitspielenden zu verteilen, das Spielmaterial auszudrucken und zu den Startkoordinaten zu gehen.
Ab dann nimmt die Story ihren Lauf. An verschiedenen Etappen/Einsatzorten, zu denen das Team per GPS navigiert, gilt es Missionen zu erfüllen. Sowohl im Kollektiv als auch jeder für sich – je nach gewählter Rolle fallen diese ganz unterschiedlich aus.
Diese Aufgaben bieten einen bunten Mix aus klassischen Escape-Rätseln und wissen durch gute Multimedia-Einbindung auch einige Male wirklich zu überraschen.

Leider war manchmal unklar, wer jetzt wo und wie etwas eingeben muss und wer nicht. Wer schon etwas eingegeben hat und wer noch fehlt  – multimediale Verwirrung vorprogrammiert. Wenn jeder Mitspieler ein Handy in der Hand hat, ist die Gefahr eben groß, dass jeder auf seinen eigenen Bildschirm fokussiert ist. 
Wenn man sich aber auf ein einzelnes Smartphone konzentriert und die persönlichen „Nebenmissionen“ separat abhandelt, läuft die Storyline und das gemeinsame Rätseln deutlich flüssiger.

Wir haben für die ca. 4 km lange Runde zu dritt in gemütlichem Tempo etwa drei Stunden benötigt.
Der Preis pro Spieler liegt bei 12,99 €, was in kleineren Gruppen noch halbwegs okay ist – in großen Gruppen aber schon fragwürdig hoch.


Da die gleiche Escape-Game-Story für viele andere Städte angeboten wird, fehlt leider ein echter Bezug zu Aschaffenburg. Aber okay – die Schauplätze in Aschaffenburg sind (bis auf die Bahnhofsgegend…) auch so schön anzusehen und stehen für sich.

Fazit: Escape Game geht auch draußen! Die Kombination aus Schnitzeljagd, „Geo-Caching“ und Escape-Spiel funktioniert bis auf einige Details und Abläufe gut, bietet Spielspaß für einige Stunden und ist für Ortsunkundige auch gut als Sightseeing-Tour geeignet.

Vielleicht noch eine Triggerwarnung: Das Thema des „MyCityHunt“ Escape Games ist brisant. Aktuell sogar sehr brisant. Wer sich aufgrund der aktuellen politischen Lage nicht mit Terror und Kriegsgefahr beschäftigen möchte, der sollte lieber auf eine der anderen Möglichkeiten (Schnitzeljagd, Schatzsuche, Krimispiel) auf https://www.mycityhunt.de ausweichen!

Plus

  • Guter Multimedia-Mix

Minus

  • Zu viele Nebenrätsel und Ablenkung bei mehreren Spielern

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Kaffee ToGo

Keine. Ihr müsst ja aufpassen!

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 4.5 von 10.

Bewertung: 5.5 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Verlag

Agenten

Spieldauer

Alter

https://www.mycityhunt.de

1 – X

ca. 3 Stunden

ab 14

„Karak“ + Erweiterungen „Regent“ + „Sidhar, Krima, Elspeth“

Der vielleicht beste Dungeon-Crawler für kleine (und große) Helden!

Unter den Gemäuern der verfallenen Burg Karak liegen tief vergrabene Geheimnisse. Eine Gruppe wagemutiger Abenteurer steigt in die Katakomben der Ruine hinab und macht sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Goldschatz…

Der Dungeon-Crawler von Albi (wurde Ende 2021 von Kosmos neu aufgelegt) besticht durch ein schlankes, einfaches Regelwerk, das unmittelbar ins Geschehen eintauchen lässt: Einen von sechs Held:innen auswählen, Lebenspunkte auffüllen und los geht´s!

Mit vier möglichen Zügen geht man Schritt für Schritt durch die jedes Mal neu zusammensetzbaren Gänge. In jedem aufgedeckten Raum lauert ein Monster, das umgehend bekämpft werden muss. Zwei Würfel entscheiden über Sieg oder Niederlage. Sind manche Gegner anfangs noch schwer zu besiegen, wird dies im Laufe der Partie immer einfacher, denn mit Zaubersprüchen und Waffen ausgestattet fegt man die Monster irgendwann locker vom Spieltisch, so dass der Drache am Ende des Spiels wirklich um seinen Schatz fürchten muss.

Brunnen, Portale, Schatzkisten und ein lästiger Fluch bringen Abwechslung ins Spiel. Mit der Erweiterung „Regent“ kommt dann zusätzlicher Schwung in die Katakomben von  „Karak“. Die dort enthaltenen neuen Helden, Monster und Räume sorgen für mehr Wettbewerb, Wettstreit und Ausgeglichenheit.

„Karak“ ist ein Spiel für die ganze Familie. Unser Jüngster kann gar nicht genug von den Katakomben bekommen – ihm gefallen die Spannung, die durch das zufällige Ziehen der Monsterplättchen entsteht und die Abenteuerlust, nach dem Drachen zu suchen. Wird dieser dann noch eigenmächtig besiegt, ist die Freude riesengroß!
Aber auch ältere Spieler:innen dürften sich von den niedlichen Artworks und unkomplizierten Spielabläufen schnell begeistern lassen. Wer Komplexität und ausgetüftelte Spielmechaniken sucht, ist hier jedoch falsch. „Karak“ ist und bleibt ein Familien- und Kinderspiel.

Ein großes Manko der Originalversion ist die holprig übersetzte Anleitung, die für manche Spielabläufe oder Fähigkeiten der Helden große Frageziechen hinterlässt. Nur der Blick in die englische Übersetzung kann hier Abhilfe schaffen. Vielleicht hat Kosmos diese für die Neuauflage ja überarbeitet…

In der „Karak“-Reihe sind neben „Regent“ auch schon die 3-Helden-Mini-Erweiterung „Sidhar, Krima, Elspeth“, Miniaturen-Sets und das eigenständige Kartenspiel „Goblin“ erschienen.

Plus

  • Einfache Regeln
  • Schon für jüngste Spieler:Innen geeignet!
  • Schön diverse Held:Innen

Minus

  • Schlecht übersetzte Anleitung (Originalversion)
  • Für anspruchsvolle Spieler zu leicht

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Wasser

Savatage – „The Dungeons Are Calling“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Verlag

Held:Innen

Spieldauer

Alter

Albi / Kosmos

2-5

60 Minuten

ab 7

„Crime Story – Munich“

Ein kooperatives Krimi-Kartenspiel
Es geht um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Einen Tag vor dem entscheidenden Spiel des SC Eintracht München werden mehrere Spieler der Mannschaft mit Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung in Krankenhaus eingeliefert.

Um herauszufinden, was hier wirklich passiert ist und wer hinter diesem möglichen Anschlag stecken könnte, werden wir als Ermittler auf den Fall angesetzt.
Da der Fall bis abends gelöst sein muss, gilt es keine Zeit zu verlieren und möglichst vielen Hinweisen nachzugehen...

Aus dem anfänglich großen Kartenstapel werden nach und nach Karten aufgedeckt, die zum einen die Story rund um den Fußballverein weiter voranbringen und zum anderen den Mitspielenden ermöglichen, verschiedenen (teils zeitlich begrenzten) Spuren nachzugehen. Doch jede Spur benötigt auch Zeit (die die Ermittler-Figur auf einer Zeitleiste nach vorne bewegt) und es gilt gut abzuwägen, welche davon verfolgt werden soll.

Das viel Interaktion erfordernde, gemeinsame Rätseln und Grübeln macht Spaß und bietet eine interessante Alternative zu den klassischen Escape-Kartenspielen, bei denen Rätsel und Denkspiele im Fokus stehen.
In die realitätsnahe Story kann man von Anfang an sehr gut eintauchen und die nacheinander gefundenen Hinweise treiben die Spekulationen und Vermutungen immer weiter voran. Die Menge an Informationen ist (bis auf einige, wenige Momente, in denen wirklich sehr viele mögliche Spuren verfolgbar waren) gut überschaubar und erfordert kein fotografisches Gedächtnis, um am Ball zu bleiben. So ist „Crime Story - Munich“ durchaus auch für aufgeweckte Kids (ab ca. 12 Jahren) spielbar.

In der Reihe der „Crime Story“ gibt es auch Fälle in Berlin, London, Wien und Stockholm – die wir bestimmt ebenfalls noch für euch testen werden!


Plus

  • Schnell spielbar, einfache Regeln
  • Holzfigur enthalten

Minus

  • Artwork etwas schlicht

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Münchener Helles

Mustasch – „Alle Männer“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 4 von 10.

Bewertung: 6.5 von 10.

Bewertung: 6 von 10.

Bewertung: 5.5 von 10.

Verlag

RätselfüchsInnen

Spieldauer

Alter

Noris Spiele

1 – X

90 Minuten

ab 12

QUIZscape – Der goldene Buchstabe

Ein einsteigerfreundliches Quiz-/Escape-Game 

„Der goldene Buchstabe“ ist bereits das zweite Spiel von Moses, das unter dem Banner „QUIZscape“ erscheint.
Die SpielerInnen werden als Angestellte einer Zeitreise-Agentur in drei Epochen der Geschichte geschickt, um eine Verdächtige Person zu jagen.
zuerst geht es ins mittelalterliche Mainz zu Johannes Gutenberg, anschließend ins Venedig des 18 Jahrhunderts – auf die Spuren von Casanova und zuletzt in die vereinigten Staaten von Amerika zu Zeiten der Mondlandung.
Auf allen drei Missionen gilt es sowohl klassische Escape-Rätsel zu lösen, als auch Quiz-Fragen zu beantworten.
Der Schwierigkeitsgrad ist einsteigerfreundlich gehalten und eher für Gelegenheitsspieler und Neulinge als für Experten gedacht – macht aber dank der vielseitigen Rätsel, der grandiosen und erfrischenden Themenauswahl und des hochwertigen Spielmaterials viel Spaß – selbst wenn die Story mit der Zeitreise-Agentur Time Patrol ein bisschen an die grandiosen T.I.M.E.-Stories erinnert…

„Der goldene Buchstabe“ reiht sich in die hochwertigen Veröffentlichungen von Moses ein und bietet – wie der Titel bereits verspricht – eine abwechslungsreiche Mixtur aus Quiz- und Escape-Spiel im mittleren Schwierigkeitsbereich.

Plus

  • Tolles Spielmaterial
  • Gute Themenwahl
  • Zerstörungsfrei

Minus

  • Zu leicht für routinierte Spieler

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Rheinhessischer Riesling, italienischer Rotwein und Coca Cola

Star One – „Revel In Time“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 6 von 10.

Bewertung: 5 von 10.

Bewertung: 6 von 10.

Verlag

Zeitreise-Agenten

Spieldauer

Alter

moses. Verlag

1 – X

ca. 3x 60Minuten

ab 10

Die Insel der Katzen

Ein spaßiges Karten- und Puzzle-Spiel (nicht nur für) für Katzenfreunde!


Umschnurrt von dutzenden (leicht nach Fisch riechenden) Fellfreunden, segelt Mätt mit seinem Schiff in die Heimat zurück – um sich dort als größter Katzen-Retter der Welt (bzw. der letzten Partie) gebührend feiern zu lassen!
Im epischen Finale hat ihm die gerettete Großfamilie roter Katzen den Sieg beschert (selbst wenn der Rattenbefall nicht unbedingt für besonders hygienische Verhältnisse an Bord spricht 😊 )…

In fünf Runden versuchen die Spieler:Innen möglichst viele verschiedene Katzen mit Fisch anzulocken und anschließend auf das Schiff zu verladen, damit sie nicht in die Fänge des bösen Lord Vesh gelangen.

Hierzu benötigt man passende Karten und freie Katzenkörbchen zum Transport.

In jeder Runde werden reihum Karten gedraftet (von sieben Karten behält man zwei, fünf gibt man weiter. Davon behält man wieder zwei – usw.), die man anschließend mit Fisch kaufen kann.
Die erworbenen Karten werden danach in einer bestimmten Reihenfolge ausgespielt. Zuerst sind dies blaue Lektions-Karten (=Aufträge), dann die grünen Katzenfang-Karten (gefangene Katzen werden auch direkt an Bord gepuzzelt) und am Ende noch Schatz- und Oshax-Karten (Oshax ist eine seltene Katzen-Art, die als „Joker“ fungiert; Schätze können kleinere Lücken an Bord „stopfen“).
Dazu kommen lilafarbene Jederzeit-Karten, die – wie es der Name schon sagt – jederzeit ausgespielt werden dürfen und dem Spielenden Boni verschiedener Art bringen.

Die fünf Runden sind schneller um, als man Miau sagen kann. Und die Panik wächst immer mehr. Schaffe ich es noch, alle Lektionen zu erfüllen? Wird das Schiff noch voll? Erwische ich alle Ratten an Bord?

Nach 5 Runden geht es dann an die Abrechnung. Man bekommt Punkte für Katzenfamilien , erfüllte Lektionen und seltene Schätze. Abgezogen werden Punkte für noch sichtbare Ratten und nicht gefüllte Räume auf dem eigenen Boot. Wer die meisten Punkte hat gewinnt.

Kurz und knapp: „Die Insel der Katzen“ macht richtig Spaß! Die Mischung aus Karten- und Puzzle-Spiel funktioniert dank der mannigfaltigen Möglichkeiten der vielen Karten hervorragend und lässt jede Partie anders verlaufen. Das umfangreiche und schön gestaltete Spielmaterial setzt dem noch das i-Tüpfelchen auf.

Der größte Kritikpunkt ist die teilweise schwer zu überblickende Kartenschlacht. Wenn während des draftens Handkarten, bereits gekaufte Karten, ausliegende Lektionen bereits bekommene und schon weitergegebene Karten parallel unterwegs sind, geht die Übersicht schnell verloren.

Eine Katzenhaarallergie hat dieses Manko bei uns aber nicht verursacht, so dass „Die Insel der Katzen“ mit Sicherheit noch häufiger auf unserem Spieltisch landen wird.

Neben einer fest integrierten Solo- und Familien-Variante sind inzwischen auch eine ganze Menge Erweiterungen erhältlich.

Plus

  • Familien-Variante inklusive
  • Solo-Modus inklusive
  • Platz für die Katz in die Spieleschachtel integriert

Minus

  • Stellenweise etwas unübersichtlich

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Wasser

Andrew Lloyd Webber – „Cats“

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 7 von 10.

Bewertung: 8 von 10.

Verlag

Katzenfreunde

Spieldauer

Alter

Skellig Games

1-4

90 Minuten

ab 8

MitspielerInnen: Zock & Back

Mit Zock & Back betreibt Gela einen ganz besonders leckeren Spieleblog.
Keine Frage also, dass wir sie unbedingt als Mitspielerin einladen mussten!

Wir sind Matt, Jokey, Lena, Markus und „Tim“ Michael von https://bretthart.blog/. Wer bist du?

Hallo Ihr alle vom Bretthart-Blog,
nett dass Ihr mich eingeladen habt hier Rede und Antwort zu stehen bei Euren knallharten Fragen.
Ich bin Gela vom Zock&Back Blog, neben viel zu vielen Spielen, verbringe ich meine Zeit beim Brotbacken und im Pferdestall mit gepflegter Rockmusik.

Welche Spielfarbe wählst du?

Grün, what else?!

Was macht deinen Blog besonders? Warum sollten alle Spielbegeisterten mal bei dir vorbeischauen?

Der Blog war ein lang gewachsener Gedanke, der mich immer wieder eingeholt hat, wenn ich für meine "Spielemädels" den Abend mit Regeln lesen und Foccacia backen vorbereitet habe. 
Meine Beiträge sollen einfach etwas Appetit und Lust auf Spiele machen. 

Welche Spielfigur würdest du gerne mal treffen? Und warum?

Ich hätte nichts dagegen bei Lewis und Clark mal für eine Woche mit durch die Prärie zu reiten und Büffel einzufangen.

Welches Spiel macht dich wahnsinnig?

Das ältere Zeichen

Wie gut kannst du verlieren?

Sehr gut, ich tracke nur das Spielen nicht die Punkte 🙂 

Investierst du lieber 100,- € in eine Limited-Edition deines Lieblingsspiels oder „blind“ in ein Crowdfunding eines neuen Spiels?

Ich mag es gerne hübsch auf dem Brett, also her mit Aufklebern, add-ons und BlingBling! Erst dann wird aus einem guten Spiel ein tolles.

Welche beiden Spiele müsste es in Kombination geben?

Arnak mit einer Knobelkomponente wie bei On Tour
 
Wir bei https://bretthart.blog/ sind begeisterte Metal-Fans, die auch das regionale Webzine www.Metal-Aschaffenburg.de betreiben. Welche Musik begeistert dich?

Von Ramstein über 5FingersDeathPunch bis 3DoorsDown, alles was rockt

Na, das taugt doch!
Was sind deine All-Time-Top-5 Spiele?

- Azul 3
- Arnak
- Brass Birmingham 
- On Tour
- Tidal Blades

Die Tavernen im Tiefen Thal + Zimmer frei!

Wolltest Du schon immer einmal dein eigener Chef sein? Hast Du keine Lust ein hohes Risiko dabei einzugehen, dann ist dies deine Chance!
Eine Rezension von Markus:
„Treten Sie ein, bestellen Sie ne Flasche, mehr Bier ist besser! Ach ja, noch einen Schnaps dazu?“
 
In Tavernen von Tiefenthal leitet jeder seine eigene kleine Taverne, mit Bier lockst du Gäste in dein Lokal, diese geben dir all ihr Geld, dann investierst du dieses um deine Taverne zu pimpen und produzierst möglichst viel neues Bier, um mehr Gäste anzulocken.
Mit den angelockten Gästen, sowie angeworbenen Mitarbeitern baust du dir dein Deck auf, Gäste nehmen Platz in deinem Lokal, umso mehr Tische du hineinstellst, umso mehr können Platz nehmen. Mittels Würfeln wird ermittelt welcher Gast nun auch sein Getränk erhält und dich bezahlt.
Im Laufe des Abends wird immer mal wieder ein Schnaps rausgehauen, Närrin, Gaukler und Feuerspucker lieben diesen und führen ihre Shows auf, im Gegenzug gibts Boni.
Schon im Grundspiel sind verschiedene Spielmodi enthalten, die sich wild kombinieren lassen, zusätzlich gibt es in der Erweiterung „Zimmer frei“ zusätzliche Mitarbeiter und Gäste. Mönche, Pfarrer, Bürgermeisterin - jeder freut sich auf ein Bier, sogar für Wein ist durch den Sommelier gesorgt.
Also auf was wartest du? Die Würfel sind gefallen.
Ein kurzweiliges, spaßiges Spiel, das durch die unterschiedlichen Spielmodi Abwechslung bringt und einfach Spaß macht.

Plus

  • Kreatives Dice Placement mit Deckbuilding kombiniert
  • Kurzweilig
  • Abwechslungsreich

Minus

  • man kann nur eine Taverne haben

Getränkevorschlag

Musikvorschlag

Bier / Pint Guinness

Fiddlers Green

Design/Ausstattung

Spielspaß

Spielkonzept

Gesamtschnitt

Bewertung: 8 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 9 von 10.

Bewertung: 8.5 von 10.

Verlag

SpielerInnenanzahl

Spieldauer

Alter

Schmidt Spiele

2-4

60-120 min

ab 12

Bloggen auf WordPress.com.

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